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Veröffentlichung

Düll, K.; Bechtle, G. (1991): Massenarbeiter und Personalpolitik in Deutschland und Frankreich. Frankfurt: Campus.

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InstitutionInstitut für Sozialwissenschaftliche Forschung München ISF
ProjektbeteiligteDüll, Klaus; Bechtle, Günter; Moldaschl, Manfred
ProjektcharakterForschungsprojekt war unter dem Titel "Montageautomation als Bestandteil gesamtbetrieblicher Rationalisierung" vom Bundesministerium für Forschung und Technologie in Auftrag gegeben worden. Projektträger waren das HdA bzw. AuT.
weitere VeröffentlichungenVorliegender Band ist Teil einer dreiteiligen Veröffentlichung. Band 2: Moldaschl, M. (1991); Band 3: Tokunaga et al. (1991).
ProjektlaufzeitKeine Angabe
ErhebungszeitraumKeine Angabe
Fälle1 Unternehmen = 1 Fall
AuswahlMultinationales Unternehmen der Unterhaltungselektronik: 8 Werke in der BRD, Frankreich und Italien. Auswahlprinzipien S. 32ff.
Erhebung1. Phase: Expertengespräche: themenzentrierte Gespräche mit offenem Leitfaden von ca. zwei Stunden Dauer, in BRD ca. 60, in Frankreich ca. 30 und in Italien ca. 10; Ergänzung durch Betriebsbegehungen und Dokumentenanalyse. 2. Phase: 1.) systematische "psychologische Arbeitsanalyse": VERA, RHIA, insg. 48 Arbeitsanalysen aus der BRD; 2.) mündliche Arbeitskräftebefragung: mit standardisiertem Fragebogen, in BRD 100, in Frankreich 60. Darstellung in einer Tabelle auf S. 41.
ForschungsgebietReorganisation; Personalmanagement; Rationalisierung; technologische Entwicklung
FragestellungZielsetzungen: 1.) "(...) die angedeuteten vielfältigen Wechselbeziehungen zwischen den makroökonomischen und gesellschaftlichen Entwicklungen, der Konzeption und der Durchsetzung gesamtbetrieblich orientierter Rationalisierungsstrategien und der skizzierten Umbruchsituation in der Montagearbeit am empirischen Objekt zu erforschen" (S. 29); 2.) "(...) die Risiken aufzuzeigen, von denen vor allem die Gruppe der angelernten Arbeitskräfte in der gegenwärtigen Umbruchsituation der Montagearbeit betroffen ist, aber auch die Entwicklungspotenziale menschengerechter Arbeitsgestaltung ausfindig zu machen, die sich beim Einsatz von Automatisierungstechniken und neuen Organisationsformen von Montagearbeit abzeichnen" (S. 29); 3.) "(...) systematische Einbeziehung ausländischer Erfahrungen" (S. 30). Fragestellungen: 1.) "Eine erste Fragestellung richtet sich auf den Stellenwert, den die Montageautomatisierung im Rahmen integrativer Rationalisierungsstrategien besitzt" (S. 30): Wie ist das Verhältnis zwischen der Reorganisation des Produktionsflusses und den Ansätzen, Schwerpunkten und Stoßrichtungen der Montagerationalisierung? (S. 30). 2.) "Die zweite Fragestellung zielt auf die komplexen Zusammenhänge ab, die zwischen integrativer Rationalisierungsstrategien, Maßnahmen der Montageautomatisierung und der sich abzeichnenden Umbruchsituation in der Montage besteht" (S. 31): Inwieweit und in welche Richtung verändern sich die taylorisierten Arbeitsituationen in der Großserienmontage? 3.) Die dritte Fragestellung richtet sich auf die Zukunft der Montagearbeit: Welches sind die personalpolitischen Bewältigungsstrategien? (S. 31)
TheoriebezugTheoriekapitel S. 9ff.: Zunächst wird die historische Entwicklung der Massenarbeit und -produktion im Montagebereich nachgezeichnet. Die "Auflösung der tayloristischen Syndromatik" (Bechtle, Lutz 1989) führte schließlich zu einem gesellschaftlichen Auflösungsprozess, in dessen Zuge es zu einigen makroökonomischen Veränderungen kam, dem so genannten "Postfordismus" (Coriat 1984). Schließlich wird die Umbruchsituation in der Montagearbeit und die neuen Anforderungen an die Personalpolitik durch strukturelle Veränderungen in der Fertigungsbelegschaft, als auch durch Hierarchieveränderungen und veränderte Kommunikationswege, dargestellt, was schließlich zu den Fragestellungen führt.
ErgebnisseEin zusammenfassendes Ergebniskapitel gibt es nicht. Das zweite Kapitel beschäftigt sich mit den Rationalisierungsstrategien eines multinationalen Unternehmens, das dritte Kapitel mit der Personalpolitik im Spannungsfeld zwischen integrativer Rationalisierung und Strukturkonstanz und das vierte Kapitel mit den technischen und sozialen Innovationen in der Großserienmontage. Hierbei werden sowohl die Möglichkeiten, als auch die Grenzen erörtert.
Erkenntnisziel"Der vorliegende Band wendet sich nicht nur an Sozialwissenschaftler, sondern auch an Personalfachleute und Arbeitnehmervertreter. Er soll Denkanstöße für innovative Gestaltungsansätze im Bereich der Personalpolitik liefern. Darüber hinaus hoffen wir, daß es uns gelungen ist, am 'Fall' die Fruchtbarkeit international-vergleichender Analysen für die Humanisierungsforschung aufzuzeigen" (S. 2).
Selbstdefinition"Intensivfallstudie" (S. 36); "intermittierende Fallstudie" (S. 40)
MethodenbegründungEs gibt ein Methodenkapitel (S. 36ff.): "Das Kernstück unserer Methode bildet die Intensivfallstudie, diese stellt ihrerseits eine Kombination unterschiedlicher Erhebungsinstrumente dar. Ergänzt werden die Fallstudien durch Expertengespräche mit Mitgliedern des Top-Managements auf Konzernebene, durch Gespräche mit Vertretern der einschlägigen Gewerkschaften und - wie erwähnt - durch Expertengespräche und Kurzrecherchen außerhalb des eigentlichen Untersuchungsbereiches" (S. 36). Im Methodenkapitel wird weiterhin die Auswahl der einzelnen Erhebungsinstrumente begründet. Es wurde versucht das Prinzip einer "intermittierenden Fallstudie" (S. 40) durchzuhalten: "dieses Prinzip sollte es ermöglichen, einen längeren Zeitraum zu beobachten, ohne auf die sonst für das Fallstudienverfahren typische Momentaufnahme angewiesen zu sein" (S. 40). Dies wurde v.a. durch mehrere zeitversetzte Besuche und eine phasenhafte Fallerhebung erreicht. "Ziel unseres empirischen Designs war es, die oben skizzierten Erhebungsinstrumente, die bei den Intensivfallstudien zum Einsatz kamen, so aufeinander zu beziehen, dass mehrere Dimensionen in die Analyse von gesamtbetrieblich orientierten Rationalisierungsstrategien und der Umbruchsituation der Montagearbeit einbezogen und gegenübergestellt werden konnten" (S. 42). In einem eigenen Kapitel wird das "Verhältnis der eingesetzten Methoden und der Analyseebenen zueinander" reflektiert (S. 42ff.). Außerdem wird auf zwei Seiten explizit diskutiert für was der Fall (eines multinationalen Unternehmens) steht (S. 53ff.).
AuswertungDie Auswertung erfolgte über unterschiedliche Analyse bzw. Vergleichsebenen (S. 32ff.). Die erste Analyseebene bildete die Shop-Floor-Ebene als abgegrenzte Produktionseinheit im Sinne einzelner Fertigungs- oder Montageprozesse bzw. bestimmter Prozeßabschnitte. Der einzelne Arbeitsplatz ist zwar Bestandteil der Shop-Floor-Ebene, wurde aber unter mehreren Gesichtspunkten als eine eigenständige Analyseebene entwickelt. Dabei ging es vor allem um den Vergleich von objektiv erhobenen Daten und subjektiven Einschätzungen der betrieblichen Akteurgruppen. Die dritte Analyseebene war der Betrieb, um zu einer gesamtbetrieblichen Beurteilung zu kommen. Die vierte Analyseebene Betrieb/Unternehmen diente der Analyse des Verhältnisses von Unternehmensstrategien und den Autonomiezonen. Auf der fünften Analyseebene, dem internationalen Vergleich, richtete sich das Interesse darauf, nationalspezifische Strukturen und Einflußgrößen in die Analyse der Rationalisierungsstrategien, der Technik und Arbeitsgestaltung und der personalpolitischen Lösungsansätze einzubeziehen.
FalldarstellungDie Auswahl des Untersuchungsbetriebs wird erläutert, der Betrieb skizziert. In den drei Analysekapiteln werden dann viele Zitate genannt, sowie immer wieder verschiedenen Tabellen über Betriebsdaten dargestellt. Im Anhang zu Kapitel IV. werden noch zwei innovative Beispiele zur Technikgestaltung und zur Qualifizierungspolitik aus den ergänzenden empirischen Recherchen dargestellt.
EingabeTUM

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