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Drexel, I. (1982): Belegschaftsstrukturen zwischen Veränderungsdruck und Beharrung. Frankfurt: Campus.

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InstitutionInstitut für Sozialwissenschaftliche Forschung München ISF
ProjektbeteiligteDrexel, Ingrid
ProjektcharakterVom Bundesministerium für Bildung und Wissenschaft in Auftrag gegeben und finanziert.
weitere Veröffentlichungen
ProjektlaufzeitKeine Angabe
ErhebungszeitraumGroße Betriebsfallstudie 1976/77, wurde jetzt zur Sekundäranalyse herangezogen; sonst keine Angaben.
Fälle12 Betriebsfallstudien von 1976/77; 2 Nacherhebungen; 7 Kurzfallstudien
AuswahlChemische (4 Fallstudien), Eisen- und Stahlindustrie (8 Fallstudien); jeweils eine Nacherhebung in diesen Branchen; Kurzfallstudien in einem Betrieb der Papier, Pappe und Kunststoff verarbeitenden Industrie, einem Betrieb der Flachglas erzeugenden Industrie, einem Betrieb der Papier, Pappe, Zellstoff und Holzstoff erzeugenden Industrie, einem Betrieb der Hohlglas erzeugenden Industrie, einem Betrieb der Kautschuk und Kunststoff verarbeitenden Industrie und zwei Betriebe der Lebensmittelindustrie.
Erhebung1.) Fallstudien; 2.) Expertengespräche in verschiedenen Funktionen: Ausbildungs- und Personalleiter, Experten der Arbeitswirtschaft, der Personalplanung- und Entwicklung und Betriebsräte; Gespräche mit Verbands- und wissenschaftlichen Experten: Vertreter aller einschlägigen Industriegewerkschaften, Industriegruppensekretäre, Experten des Bundesinstituts für Berufsbildungsforschung und Bearbeiter einer Untersuchung der SFS Dortmund.
ForschungsgebietBetriebliche Ausbildung; betrieblicher Arbeitsmarkt; Weiterbildung/Qualifizierung/Kompetenzentwicklung; Lohn/Leistung
FragestellungPolitische Fragestellung: "Lässt sich eine quantitative Ausweitung von Ausbildung realistischerweise als mittel zur Verbesserung der Arbeits- und Lebensbedingungen einer größeren Zahl von Arbeitskräften ins Auge fassen?" (S. 4). Theoretische Fragestellung: "Wodurch sind betriebliche Qualifikationsstrukturen überhaupt bestimmt?" (S. 4). "In dieser Untersuchung werden in beiden Perspektiven Probleme und Konflikte identifiziert, die den üblichen annahmen einer beliebigen Veränderbarkeit je nach betrieblichem Interesse bzw. technologisch und arbeitsorganisatorisch bestimmtem Qualifikationsbedarf widersprechen (...)" (S. 4). "Auf diese Frage nach den Chancen bzw. Problemen einer quantitativ ausreichenden und der daran gekoppelten qualitativen Durchsetzung neuer Ausbildungsberufe - auf ihre 'Implementation' im Sinn einer nachhaltigen und langfristigen effektiven Durchsetzung- konzentriert sich der Forschungsauftrag des Bundesministeriums für Bildung und Wissenschaft (...)" (S. 9).
TheoriebezugDas theoretische Konzept, auf das die Studie aufbaut, wurde im Rahmen des Sonderforschungsbereichs 101 der Universität München, Teilprojekt C3 erarbeitet. Dabei werden sowohl die Probleme mangelnder Attraktivität der neuen Ausbildungsberufe als auch die Probleme der Integration junger Facharbeiter hypothetisch als spezifische Formen einer generellen Implementationsproblematik bestimmt, die strukturell bedingt ist (S. 10).
ErgebnisseEs gibt ein Kapitel, das die wichtigsten Ergebnisse auf ca. 20 Seiten zusammenfasst. Dabei wird auf die Verallgemeinerbarkeit der Implementationsproblematik eingegangen, auf deren Ursachen, auf die betrieblichen Problemlösungen, auf die Bedeutung der betriebsexternen Bedingungen und außerdem werden sowohl einige bildungspolitische als auch theoretische Schlussfolgerungen genannt.
ErkenntniszielDoppeltes Erkenntnisziel: 1) Politisch: eine mögliche sinnvolle berufsbildungspolitische Handlungsstrategie zu überprüfen, nämlich neue prozeßspezifische Ausbildungsberufe zu schaffen (S. 8f:); 2) Theoretisch: Die interessierende Hypothese lautet: "Hypothese zur Beantwortung der Fragen nach den Ursachen und der Verbreitung von Implementationsproblemen war also mit anderen Worten, dass diese Probleme Konsequenz spezifischer betrieblicher Strukturen sind, wie sie in der Chemischen und der Eisen- und Stahlindustrie existieren, und dass sie infolgedessen überall dort zu erwarten sind, wo solche Strukturen existieren" (S. 11). Dabei werden die Fragestellungen dieser Hypothese in den Schnittpunkt von breiterer industriesoziologischer Forschung über Bestimmungsgründe für betriebliche Qualifikationspolitik einerseits und Segmentationsforschung andererseits gestellt.
Selbstdefinition"Betriebfallstudien" (S. 39), "Große Betriebsfallstudie", "Kurzfallstudie", "Nacherhebung" (S. 40)
MethodenbegründungEs gibt ein Methodenkapitel (S. 37ff:), in dem sowohl die Auswahl der Betriebsfallstudie, als auch die einzelnen Erhebungsmethoden begründet werden. Die Studie wird als "Problemexplorations-Studie" (S. 37) bezeichnet. "Sie sollte eine bestimmte soziale Problematik identifizieren, ihre konkreten Erscheinungsformen exemplarisch recherchieren und dabei die gewonnenen Informationen im Hinblick auf generalisierbare Aussagen aufbereiten und analysieren" (S. 37). Entsprechend wurden vorrangig qualitative Untersuchungsmethoden gewählt. Es werden Betriebsfallstudien durchgeführt, die von der Autorin in drei verschiedene Formen unterteilt werden (S. 39f:): die große Betriebsfallstudie erstreckt sich über mehrere Wochen und ermöglicht eine Erfassung komplexer betrieblicher Bedingungen; bei der Kurzfallstudie ist die Zahl der zu befragenden Experten geringer; die Nacherhebung ist eine jeweils zwei- bis dreitägige nochmalige Recherche. "Insgesamt ist jedoch davon auszugehen, dass (die Studie) ihre eigentliche Aufgabe - die Erfassung der wichtigsten gemeinsamen Ursachen der Implementationsproblematik, ihrer Übertragbarkeit und möglichen Lösungen - durchaus erfüllen durfte" (S. 43).
AuswertungDie "Strukturanalyse" wurde als Verfahren zur Auswertung verwendet (S. 43ff:): sie "(...) ergibt sich aus dem Ziel, zu klären, ob und inwieweit die Implementationsproblematik auch auf andere Bereiche der Industrie übertragbar ist und ob und wie gegebenenfalls diese Probleme gelöst werden (können)" (S. 43); "Es werden zwei Idealtypen betrieblicher Strukturen herausgearbeitet, die jeweils nur einige wenige Strukturmerkmale des Arbeitseinsatzes und der Gratifizierung von Arbeitskräften umgreifen" (S. 44). Die Idealtypen geben dabei die ebene der Generalisierung vor (S. 44).
FalldarstellungImmer wieder wird im Text exemplarisch auf unterschiedliche Untersuchungsbetriebe verwiesen.
EingabeTUM

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