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Kotthoff, H. (1994): Betriebsräte und Bürgerstatus. München, Mering: Hampp.

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InstitutionISO-Institut Saarbrücken
ProjektbeteiligteKotthoff, Hermann (Autor); Mittler, Hans; Ochs, Peter; Reindl, Josef (Mitarbeit an den Erhebungs- und Auswertungsarbeiten)
ProjektcharakterDurch die DFG unter dem Projekttitel „Kontinuität und Wandel betrieblicher Interessensvertretungsstrukturen“ gefördert; Folgestudie zu Kotthoff (1981)
weitere Veröffentlichungen
Projektlaufzeit1989-1992
Erhebungszeitraum1989-1990
Fälle55 Betriebe
AuswahlSüdbadischer Raum im Dreieck Offenburg-Lörrach-Bodensee; 7 Betriebe aus der Metallbranche, 15 Betriebe aus der Chemiebranche, 6 aus der Bekleidungs-/Textilindustrie, 9 aus der Holzbranche, 10 aus der Druckbranche, 8 aus der Nahrungsindustrie; davon haben 24 eine mittelständische Eigentums- und Leistungsstruktur und 31 sind Managementbetriebe
ErhebungAlle noch existierenden Untersuchungsbetriebe der Erstuntersuchung werden ein zweites Mal untersucht: von 64 existieren noch 55; strukturierte Leitfadengespräche mit der Geschäftsleitung, mit dem Betriebsvorsitzenden und mit mind. Einem weiteren Betriebsratsmitglied, mit 3-6 Arbeitern in Betrieben mit mehr als 600 Beschäftigten mit einem Vertreter des unteren oder mittleren Produktionsmanagements; insgesamt wurden 345 betriebliche Interviews geführt; Betriebsrundgang in der Hälfte der Betriebe; Interviewlänge 2-3 Stunden, teils auch länger.
ForschungsgebietMitarbeiterpartizipation; betriebliche Sozialpolitik; betriebliche Arbeitsbeziehungen; Betriebsorganisation
Fragestellung„Mein Kernthema ist daher nicht – wie in der Erststudie – der Strukturtypus der Partizipation und Interessenvertretung, sondern die Bewegung von einer Struktur zu einer anderen, bzw. dort, wo es keine Bewegung zwischen verschiedenen Strukturen gab, der Prozess der Beharrung. Es geht also um die genetisch-dynamische Betrachtung der Konstituierung von Partizipationsstrukturen im Betrieb“ (S. 14). Untersucht werden also die Wandlungsprozesse und die damit einhergehenden Konflikte, Anerkennungskämpfe und Lernprozesse (S. 6). „In zweiter Linie geht es darum, ob und in welcher Weise sich die Partizipationsstrukturen selbst als Aggregate der Mikroebene, d.h. die Betriebrats-Typen der Erststudie, verändert haben, ob neue hinzugekommen, alte gestorben sind“ (S. 15). „In dritter Linie geht es um Veränderungen in den Rahmenbedingungen der betrieblichen Interessenvertretung (...)“ (S. 15).
Theoriebezug"Statt sich schon beim Aufbruch fest an eine 'große' Theorie zu binden, erscheint es aussichtsreicher sich auf die Beobachtung des Gegenstandes von möglichst vielen Seiten zu konzentrieren, die Akteure im Feld, die schon mehr wissen, als der Forscher, zu Wort kommen zu lassen, und die 'Sache' zunächst einmal für sich sprechen zu lassen" (S. 21). Bei der Konzeptualisierung seiner Untersuchung, bezieht sich der Autor auf das 'Konzept der betrieblichen Sozialverfassung' von E. Hildebrandt, und grenzt sich gegen die 'betriebliche Handlungskonstellation' von Weltz/Lullies, die 'Mikropolitik' von Küpper/Ortmann, das 'Machstrategische Konzept' von Crozier/Friedberg und das 'Vertrauenskonzept' von Heisig/Littke ab. Weiterhin verwendet der Autor die Begriffe 'betriebliche' und 'außerbetriebliche Lebenswelt', die er selbst definiert. Außerdem setzt er sich mit der Kritik J. Bergmanns (1991) an neueren industriesoziologischen Konzepten auseinander. Die Veröffentlichung schließt ab mit einer übergreifenden Interpretation zur "Theorie und Geschichte der Mitbestimmung" (Klassenkonflikt, Bürgerstatus und betriebliche Sozialordnung), unter Bezugnahme z.B. auf Marshall und Giddens (Teil D).
ErgebnisseEs gibt kein zusammenfassendes Ergebniskapitel. Es werden Wandel- sowie Kontinuitätsmuster der betrieblichen Interessenvertretungsstrukturen im Hinblick auf Betriebe mit ehemals defizienten oder vertretungswirksamen Interessenvertretungsstrukturen entwickelt. Weiterhin werden vier Betriebratstypen (weiter-)entwickelt. Im Anhang befindet sich eine tabellarische Übersicht über den Wandel und die Kontinuität der Interessenvertretung.
ErkenntniszielWesentliche Fragen konnten in der ersten Studie nicht beantwortet werden, wie z.B. die Ursache für Gleichzeitigkeit und das Nebeneinander unterschiedlicher Formen. Die Beantwortung dieser Fragen und die soziologische Analyse des Wandlungsprozesse unter Einbezug der Geschichte waren das Ziel der Studie.
Selbstdefinition"Konzentrierte Betriebsfallstudien" (S. 36), "detaillierte Konfliktfallstudien" (S. 6)
MethodenbegründungEs gibt ein Methodenkapitel (S. 33ff.): In diesem wird nicht die Auswahl der Forschungsstrategie Betriebsfallstudie, noch die Auswahl der einzelnen Erhebungsinstrumente begründet. Als Grundlage und Vorbereitung für die Durchführung der Interviews diente ein aus den Original-Interviews der ersten Studie erstelltes „Betriebs-Dossier“ (S. 37). Zu Beginn des Projekts war eine zweiphasiges Untersuchungsdesign vorgesehen, zuerst eine Kurzrecherche und dann eine Intensivfallstudie. In der stellte sich dies aber als ungünstig heraus. Aus diesem Grund wurden komprimierte Betriebsfallstudien durchgeführt, also „eine leicht reduzierte Intensiverhebung“ (S. 38). Wie schon bei der Erststudie baut der Autor auf eine phänomenologisch-handlungssoziologisch orientierte Methodologie auf.
AuswertungKeine Angabe
FalldarstellungDie Betriebe werden nicht einzeln dargestellt, sondern erläuternd und beispielhaft in die Analyse einbezogen.
EingabeTUM

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