Abfragedetails

Suche


Veröffentlichung

Tullius, Knut (2004): Vertrackte Kontrakte. Formwandel des betrieblichen Steuerungsregimes und die neue Rolle des Meisters. Berlin: Edition Sigma.

PDF-Datei Inhaltsverzeichnis

Details

InstitutionSoziologisches Forschungsinstitut Göttingen (SOFI)
ProjektbeteiligteTullius, Knut
ProjektcharakterDissertation, im Rahmen eines SOFI-Projekts zum Wandel betrieblicher Arbeitspolitik
weitere VeröffentlichungenTullius 1999, 2001
ProjektlaufzeitKeine Angabe
ErhebungszeitraumDezember 1997 - Januar 2000
Fälle2 Betriebe = 2 Fälle
Auswahl2 Betriebe eines Unternehmens der Automobilindustrie
ErhebungLeitfadengestützte Experteninterviews (teils stärker explorativ, teils stärker systematisiert, in Anlehnung an Vogel 1995) mit Managementvertretern (Teamleiter, Abteilungsleiter, Bereichsleiter, Werksleitung) in Produktion und Verwaltung sowie mit Betriebsräten: N=68, Dauer i.d.R. 1-2 Stunden. Beschäftigteninterviews Produktion: N=30. 26 qualitative Interviews mit 21 Meistern; Dauer i.d.R. ca. 1,5 bis 3,5 Stunden; handschriftlich protokolliert, bzw. auf Band; 1997-1999; Schriftliche Befragungen: Meister und ArbeiterInnen; 456 Befragungen insgesamt (57 Meister; 399 sonstige Beschäftigte) (S. 21f.)
ForschungsgebietReorganisation; Arbeitsorganisation; Meister; Entgeltsysteme/Leistungspolitik; Steuerungs- und Koordinationsformen
FragestellungWandel der Meisterfunktion (S. 13). Hauptziele: 1. Klären in welcher Form und in welchem Umfang Prozesse ökonomischer Dezentralisierung in den untersuchten Betrieben wirksam werden und eruieren, welche gesellschaftlichen, wirtschaftlichen und makroökonomischen Prozesse diesen Veränderungen zugrunde liegen (S. 15). 2. Die spezifische Funktion des Produktionsmeisters im kontraktualisierten Automobilbetrieb herauszuarbeiten (S. 15).
TheoriebezugTransaktionskostenansatz (Williamson 1975, 1990; Coase 1937) (S. 35ff.); Dezentralisierung von Unternehmen (Dörre 2002; Köhler 1999)(S. 39); Internalisierung von Marktstrukturen (Moldaschl, Sauer 2000) (S. 49); Kontraktualisierung als neue Form der Verbindlichmachung von Zielen (eigene Überlegungen). Bezug auf bestehende Literatur und Empirie zur "Meisterdebatte".
ErgebnisseErgebnisdarstellung der Empirie ist gekoppelt an den jeweiligen Analyseschritt: Dezentralisierung und Kontraktualisierung (Kap. 5); Rolle und Funktion des Meisters bei interner Kontraktualisierung (Kap. 6). Kapitel 7 behandelt als Fazit die Ergebnisse der Untersuchung und bringt die einzelnen Befunde zu einer Synthese zusammen: Zwar verändert sich die Funktion des Meisters in einem von Reorganisationsprozessen geprägtem Unternehmen, aber das "(..) neue Steuerungsregime bleibt auf den Meister - als handelndes Subjekt - angewiesen" (S. 209). Für die neue Meisterrolle sind "ambivalente Arbeitsfolgen" konstitutiv: zwar resultiert die interne Kontraktualisierung in einer Aufwertung der Funktion und Position der Produktionsmeister im Automobilbetrieb, gleichzeitig gilt: "Die Meister werden durch das neue Produktions- und Steuerungsregime in umfassendem Sinne für die Sicherstellung des betrieblichen Produktions- und Verwertungsprozesses verantwortlich gemacht, ohne dass ihnen dafür die notwendigen Entscheidungskompetenzen zur Verfügung stehen" (S. 210).
Erkenntnisziel"Der Wandel der Meisterfunktion ist Gegenstand auch des vorliegenden Buchs. Über diesen Beitrag zur sozialwissenschaftlichen 'Meisterdebatte' der jüngeren Vergangenheit hinaus, soll die Arbeit zur aktuellen wissenschaftlichen Diskussion um veränderte Formen der Steuerung und Kontrolle im industriellen Großbetrieb beitragen" (S. 13).
SelbstdefinitionDer Autor bezeichnet die Studie als Fallstudie (vgl. S. 20)
MethodenbegründungDarstellung des Untersuchungsfeldes Automobilindustrie und Begründung dessen Bedeutsamkeit (S. 18ff.), Vorstellung des Untersuchungsdesigns und der Vorgehensweise bei der Erhebung S. 20ff. Grundlage der Untersuchung waren "mehrwöchige Recherchen in den beiden Fallbetrieben" (S. 20), Vorgehen beruhte methodisch auf "cross-examination" (ebd.). Damit sollte eine "(...) Kontrolle und 'Validierung' der von verschiedenen Seiten gewonnenen Informationen (...) ermöglicht werden" (S. 20). Fazit: "Der von uns gewählte Zugriff auf das empirische Feld ermöglicht eine Analyse von Prozessen betrieblicher Restrukturierung und interner Kontraktualisierung aus verschiedenen Perspektiven und Blickrichtungen. Da wir nicht nur die Meister selbst interviewt und deren Arbeitssituation analysiert, sondern auch mit Managementvertretern unterschiedlichster Funktionsbereiche und hierarchischer Ebenen gesprochen, sowie Interviews und Befragungen auf der Beschäftigtenebene durchgeführt haben, können die Veränderungen auf der Meisterebene in einen empirisch vergleichsweise breit erfassten betrieblichen Gesamtzusammenhang gestellt werden" (S. 22f.).
AuswertungKeine Angabe
FalldarstellungVorstellung des Unternehmens (S. 85ff.), Vorstellung und Analyse der Betriebe im Fließtext und im Anhang, jeweils getrennt voneinander.
EingabeTUM

Zurück zur Abfrage