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Dörr, G. (1991): Die Lücken der Arbeitsorganisation. Berlin: Edition Sigma.

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InstitutionWissenschaftszentrum Berlin für Sozialforschung (WZB)
ProjektbeteiligteDörr, Gerlinde
ProjektcharakterKeine Angabe
weitere VeröffentlichungenHildebrandt, E.; Seltz, R. (1989)
ProjektlaufzeitErhebung: 1985 - 1987; Auswertung 1989; erstmalige Veröffentlichung 1991
Erhebungszeitraum1985-1987
Fälle6 Betriebe
AuswahlMaschinenbau/Triebwerkbau; mittelständisch bis Großbetrieb (zwischen 400 und 2000 Angestellte (S. 38)
Erhebung"Kurze Voruntersuchungen" gingen den intensiveren Untersuchungen voraus, diese diente auch einer Art Pretest (= "Kurzrecherchen von wenigen Tagen in 12 Unternehmen" (S. 39)); daneben Expertengespräche, Dokumentenanalyse, Besuch von Fachkonferenzen; in sechs Betrieben wurden anschließend "Betriebsfallstudien von zwei bis drei Wochen ganztägiger Präsenz (..) durchgeführt." (S. 39); Untersuchung basierte auf qualitativen Befragungsmethoden: Einzelinterviews und Gruppeninterviews (max 4 Personen) in dialogischer Gesprächsform (S. 40f.) (Ort der Befragung: meist Arbeitsplatz der Gesprächspartner; Interviewdurchführung mittels Leitfaden); Betriebsbegehungen; "beobachtende Teilnahme" d.h. Beobachtung der Arbeitsplätze (S. 40).
ForschungsgebietTechnologischer Wandel; betriebliche Herrschaft; Reorganisation; Rationalisierung; Betriebsorganisation
FragestellungThese: "Umbruch der historischen Formen industrieller Produktion (S. 13); 3 große Fragekomplexe: "1.) Was bewirkt die rechner- und informationstechnologische Rationalisierungsstrategie in den Fertigungsunternehmen der Maschinenbauindustrie: eine Stabilisierung, Erosion oder Neugestaltung der betrieblichen Strukturen? Welche Entwicklungen zeichnen sich ab: Zentralisierung/Dezentralisierung; Homogenisierung/Ausdifferenzierung; Eigenregulierung/Fremdregulierung etc.? 2.) Was bedeutet die rechner- und informationstechnologische Rationalisierung der Produktionsorganisation für das betriebliche Macht- und Interessengefüge? Führen die neuen Strukturen zu einseitigen Veränderungen in diesem Gefüge, oder gehen mit diesen umfassenden Veränderungen auch solche einher, die einseitiger Rationalisierungstendenz entgegen wirken? 3.) Was folgt aus der rechner- und informationstechnologischen Rationalisierung der Produktionsorganisation für die gewachsenen betrieblichen Arbeits- und Produktionsstrukturen? Bleiben die qualifikatorischen Strukturen erhalten, bzw. wird ihr Erhalt von den einschlägigen Rationalisierungsstrategien überhaupt anvisiert, oder gibt es Anzeichen, die auf eine Erosion dieser Strukturen hinweisen?" (S. 23f.)
TheoriebezugUmfangreiches Theoriekapitel (S. 19-35); theoretischer Bezug: Braverman (1977) (S. 24ff.); Konzept "Arbeitspolitik" (Dörr/Naschold 1982; Naschold/Dörr 1990; Jürgens/Naschold 1983; Naschold 1983); Eigene theoretische Vorüberlegungen zum Formwandel von Kontrolle (S. 32ff.)
ErgebnisseZusammenfassung der Befunde am Anfang des "Interpretationskapitels" (S. 211ff.): "Im Mittelpunkt steht der Befund des neuen rechnergestützten Produktionskonzeptes, wie es sich in den großen Maschinenbauunternehmen bislang entwickelte. Es handelt sich dabei um ein komplexes und zugleich ambivalentes Konzept, bestehend aus zwei gegenläufigen, sich aber gleichzeitig ergänzenden Entwicklungen: prinzipielle systematische Zentralisierung und graduelle arbeitsorganisatorische Dezentralisierung. Flankiert wird dieses in der Studie als "dominantes Design" identifizierte neue Produktions- und Rationalisierungskonzept in Maschinenbauunternehmen von darüber hinausgehenden neuen Formen der Arbeitsorganisation und neuen betrieblichen Kooperations- und Kommunikationsformen."; 2 Strategie-Politik Typen bei hoher/geringer betrieblicher Autonomie (S. 213); Ab- und Ausgrenzung von Handlungselementen der Lebenswelt aus der Produktion (S. 215); weitere Zusammenfassung auf S. 263ff.; Wandel betrieblicher Regulierungsformen. Interpretation erfolgt in Kapitel III: "Diskussion einiger ausgewählter Ergebnisse"; Die Befunde werden direkt interpretiert und auf diverse Theorien kurzgeschlossen; z.B.: Entpolitisierung und Repolitisierung der Produktionsarbeit (S. 249ff.)
ErkenntniszielAnschluss an - und Weiterentwicklung von - Konzepten der Arbeitspolitik durch empirische Befunde (S. 13). Durch Flexibilisierungs- und Innovationsdruck in Verbindung mit den Rationalisierungspotentialen der Computersteuerung kommt es zu prekären Auswirkungen auf die qualifizierte Produktionsarbeit, die "für die Mehrheit der Produktionsfacharbeiter als riskant bezeichnet werden können" (S. 14).
SelbstdefinitionDie Autorin bezeichnet ihre Methode als "Fallstudie" (S. 37); jedes untersuchte Unternehmen stellt einen eigenen Fall dar
MethodenbegründungEin Methodenkapitel ist vorhanden (S. 37-43), dort wird die Auswahl des Unternehmens dargestellt (und dessen Charakteristika), außerdem wird begründet, warum ein Werk exemplarisch aufbereitet wird. Die Ergebnisse werden vor dem Hintergrund des Untersuchungsdesigns reflektiert (S. 222f.).
AuswertungEin Fall wird herausgenommen und zur Auswertung betrachtet. Es handelt sich hierbei um das Unternehmen aus der Triebwerksfertigung. Die Studie erwartet so eine bessere Generalisierbarkeit (S. 14); zur Auswertung werden stellenweise Zitate aus Interviews herangezogen; sonst keine Angaben zu qualitativen Interpretationsvorgehensweisen.
FalldarstellungEin Fall wird explizit dargestellt, mit Werksgeschichte, Produktbeschreibung, Abhängigkeitsverhältnisse; Interviews mit Angestellten werden in die Argumentation eingefügt.
EingabeTUM

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