Abfragedetails

Suche


Veröffentlichung

Betzelt, S. (2006): Flexible Wissensarbeit: AlleindienstleisterInnen zwischen Privileg und Prekarität. ZeS-Arbeitspapier, Nr. 3.

PDF-Datei Inhaltsverzeichnis

Details

InstitutionUniversität Bremen
ProjektbeteiligteBetzelt, Sigrid (Durchführung des Projekts); Gottschall, Karin (Leitung).
ProjektcharakterDFG-Projekt „Neue Formen von Selbstständigkeit in Kulturberufen“. Förderung im Rahmen des DFG-Schwerpunktprogramms "Professionalisierung, Organisation, Geschlecht".
weitere VeröffentlichungenBetzelt, S. (2008): Zur begrenzten Nachhaltigkeit flexibler Erwerbsformen - das Beispiel hochqualifizierter Alleinselbstständiger. In: Sydlik, M. (Hg.), Flexibilisierung - Folgen für Familie und Sozialstruktur, S. 93-122. Wiesbaden: VS Verlag. Betzelt, S.; Gottschall, K. (2005): Flexible Bindungen - prekäre Balancen. In: Kronauer, M.; Linne, G. (Hg.), Flexicurity, S. 275-294. Berlin: Edition Sigma. Gottschall, K; Betzelt, S. (2003): Zur Regulation neuer Arbeits- und Lebensformen - Eine erwerbssoziologische Analyse am Beispiel von Alleindienstleistern in Kulturberufen In: Gottschall, K.; Voß, G.G. (Hg.), Entgrenzung von Arbeit und Leben, S. 203-230. München, Mering: Hampp.
Projektlaufzeit2001-2004
Erhebungszeitraum2003-2004
FälleFälle sind die interviewten Alleindienstleister
Auswahl„(...) es wird eine besonders expansive Gruppe thematisiert, die wegen ihrer spezifischen Erwerbssituation und Beschäftigungsstruktur ein interessantes Untersuchungsfeld darstellt: Es geht um hoch qualifizierte Alleinselbstständige in wissensintensiven Dienstleistungsfeldern, deren Zunahme in Deutschland seit Beginn der 1990er Jahre in besonderem Maße zur ‚Renaissance’ beruflicher Selbstständigkeit beigetragen hat“ (S. 5). Aus dem exemplarischen Berufsfeld der so genannten sekundären Kulturberufe wurden unter inhaltlichen Gesichtspunkten vier publizistisch-gestalterische Einzelberufe ausgewählt: Journalisten, literarische ÜbersetzerInnen, LektorInnen und DesignerInnen (S. 6). Regionale Verteilung: Berlin, Hamburg, Köln und München (S. 9).
Erhebung1.) Sekundäranalysen amtlicher Statistik und verfügbarer Branchenstudien; 2.) schriftliche Verbandsbefragungen zur Mitgliederstruktur; 3.) 19 Expertengespräche mit VertreterInnen von Berufsorganisationen und Institutionen der sozialen Sicherung; 4.) schriftliche Befragung von 306 Berufsangehörigen zur Sozialstruktur; 5.) 42 biographische Leitfadeninterviews und teilstandardisierte Erhebungen von Berufsverläufen typischer BerufsvertreterInnen (nach Born/Krüger) (siehe Anhang).
ForschungsgebietGeschlechterverhältnis; Atypische Beschäftigung; Dienstleistungsarbeit; Subjektivierung
Fragestellung„Der Beitrag beschäftigt sich mit einer Facette des Strukturwandels von Erwerbsarbeit, die allgemein als Ausdruck der Flexibilisierung von Arbeit verstanden wird. Dabei (...) wird der Blick auf neuere selbstständige Erwerbsformen gerichtet (...) „ (S. 5). "Die zentralen Fragestellungen des Projekts lauten: Entwickelt sich in den modernen, selbstständigen Arbeitsformen ein neuer Typus von Professionalität oder überwiegend eher prekäre, instabile berufliche Existenzen? Mit welchem beruflichen Selbstverständnis gehen die FreiberuflerInnen an ihre Arbeit und wie gelingt ihnen die Marktbehauptung? Erhalten sie Unterstützung durch Berufsverbände und Gewerkschaften? Und nicht zuletzt: Sind die Arbeits- und Lebensformen der Alleinselbstständigen vielleicht weniger durch traditionelle Geschlechterrollen geprägt als im angestellten Normalarbeitsverhältnis? Wie nachhaltig ist dieses Erwerbsmuster im Sinne beruflicher Kontinuität - individuell und gesellschaftliche gesehen?" (S. 9f.).
TheoriebezugDie qualitativ gewonnen empirischen Befunde werden im Hinblick auf theoretische Konzepte der Arbeits-, Berufs- und Professionssoziologie sowie der sozialen Ungleichheit diskutiert und in generelle Beschäftigungs- und sozialstrukturelle Entwicklungen eingebettet.
ErgebnisseEs gibt ein zusammenfassendes Ergebniskapitel (S. 66ff.):"Der Beitrag dieser Studie zu Erwerbssoziologie, Professions- und Geschlechterforschung liegt im Wesentlichen in der Erkenntnis, dass sich mit dem Typus des hochqualifizierten Alleindienstleisters im Feld der sekundären Kulturberufe ein neues Muster von Beruflichkeit abzeichnet, das vom Idealtypus der klassischen Professionen wie vom Typus des verberuflichten Arbeitnehmers in verschiedenen Dimensionen abweicht" (S. 66). Dies zeigt sich im Hinblick auf objektive Strukturen (z.B. trotz hoher Qualifikation relativ bescheidene Einkommen unter risikoreichen Erwerbsbedingungen, bei vergleichsweise schwacher Segregation), wie auch auf subjektive Strukturen: "Auf der Basis starker intrinsischer Motivationen und eines dominanten wertrationalen Berufsverständnisses entwickeln die individuellen Akteure in reflexiver Weise Handlungsmuster im Umgang mit den marktradikalen Bedingungen, die eine mehr oder weniger gelungene Balance zwischen individuellen Freiheitsgraden und marktlichen Restriktionen ermöglichen" (S. 3). Doch gerade aufgrund dieser fragilen individuellen und kollektiven Risikostrategien ergibt sich für das Erwerbsmuster flexibler Wissensarbeit institutioneller und gesellschaftlicher Handlungsbedarf (S. 68f.).
ErkenntniszielErforschung des relativ neuen Erwerbstypus des "Alleindienstleisters" (S. 3) und dessen spezifischen Erwerbsstrukturen sowie den individuellen subjektiven Orientierungen und Handlungsstrategien.
Selbstdefinition"Einzelfallanalysen" (S. 34)
MethodenbegründungEs gibt kein Methodenkapitel. Die verschiedenen Erhebungsmethoden werden in verschiedenen Fußnoten skizziert. Dort wird das im Sinne von Kluge/Kelle (2001) theoriegeleitet erstellte Sampling vorgestellt, Selektionseffekte reflektiert und die Entwicklung des Leitfadens dargestellt (nach Witzel 1996) (S. 9, S. 34).
AuswertungSchrittweise qualitativ-inhaltsanalytische Auswertung der Interviews nach Mayring (1997) "(...) von gründlichen Einzelfallanalysen bis zu vergleichenden Analysen entlang der Untersuchungsfragestellungen auf Basis expliziter theoretischer Vorannahmen" (S. 34). Anschließend wurden Typen gebildet. In die Endauswertung gingen 33 der 42 Interviews ein.
FalldarstellungDie Fälle werden nicht einzeln dargestellt, die Erhebungsergebnisse werden im Fließtext aufgearbeitet. Es tauchen immer wieder Zitate aus den geführten Interviews auf.
EingabeTUM

Zurück zur Abfrage