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Veröffentlichung

Pirker, Th.; Braun, S.; Lutz, B.; Hammelrath, F. (1955): Arbeiter - Management - Mitbestimmung. Stuttgart, Düsseldorf: Ring-Verlag.

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Details

InstitutionWirtschaftswissenschaftliches Institut der Gewerkschaften
ProjektbeteiligtePirker, Theo; Braun, Siegfried; Lutz, Burkart; Hammelrath, Fro
ProjektcharakterGefördert durch die Gesellschaft für soziale Betriebspraxis m.b.H. (GSB)
weitere Veröffentlichungen
ProjektlaufzeitKeine Angabe
ErhebungszeitraumDie Erhebungszeiträume werden für die einzelnen Werke angegeben (z.B. H1: August und September 1951; H3: Mitte Februar bis Mitte Juni 1953).
Fälle8 Werke
Auswahl8 Werke der Eisen- und Stahlindustrie
Erhebung1.) Statistische Erhebungen: "Gesamterhebungen", "Sondererhebungen" und "zusätzliche Erhebungen" (S. 441f.); 2.) "Auszählungen bzw. Auszüge aus den betrieblichen Aufzeichnungen" (S. 444); 3.) Schriftliche Befragungen (in den einzelnen Werken nachdem die statistischen Untersuchungen weitgehend abgeschlossen waren) (S. 447) (insgesamt wurden rund 46000 Fragebögen an Arbeiter und Angestellte ausgegeben, 24500 kamen beantwortet zurück, S. 244f.); 4.) Gruppendiskussionen in drei Werken, Teilnehmer jeweils aus demselben Arbeitsbereich, ca. 12 - 15 Personen (S. 117, S. 464f.). Fragebögen sind im Anhang dokumentiert.
ForschungsgebietBetriebliche Sozialpolitik; Arbeiter; Mitarbeiterpartizipation; Gewerkschaftliche Interessenvertretung, Arbeitspolitik
FragestellungDie Studie stellt die Frage nach dem Funktionieren von Mitbestimmung und den Auswirkungen dieser auf verschiedene Teile der Belegschaft in Unternehmen der Stahl- und Eisenindustrie.
TheoriebezugOrientierung an betriebssoziologischen Grundlagen. "Betrieb" als soziologische Forschungseinheit wird reflektiert (S. 29ff.), besonders interessiert die "politische Ordnung", also der Industriebetrieb als "(...) Beziehungsraum von Großgruppen, von Klassen (...)" (S. 41).
ErgebnisseTeil 2 (S. 133ff.) befasst sich mit empirischen Resultaten der Studie. Zunächst werden die "statistischen Ergebnisse" vorgestellt. Diese werden nach Themengebieten, wie sozialstatistischen Angaben (z.B. Alter, Werkzugehörigkeit) (S. 142ff.), Qualifikation, Status, Position (S. 171ff.), Lohnstruktur und Lohngefüge (S. 194ff.), Verhalten zu Arbeit und Betrieb (S. 215ff.) und technischen und sozialen Kadern (S. 225ff.) gegliedert. Anschließend werden die "Ergebnisse der Befragungen" präsentiert. Hier werden die wichtigsten Fakten und Zusammenhänge der Einstellung und des Verhaltens eruiert (Einstellung zum Betrieb/Werk, Beurteilung der Mitbestimmung, der Entlohnung, der sozialen Lage, Arbeitszufriedenheit, etc.). In Teil 3 (S.343ff.) erfolgt die Interpretation des Materials in Hinblick auf bestimmte "Probleme": "Eine fruchtbare Interpretation empirischer Forschungsergebnisse ist nicht möglich ohne eine allgemeine soziale Theorie des industriellen Großbetriebs. Dabei verbietet sowohl der Charakter unserer Wissenschaft wie auch die besondere Art unserer Methoden, daß essentielle Ordnungen des Industriebetriebs angenommen werden. In den meisten sozialwissenschaftlichen Auslassungen über den industriellen Großbetrieb wird der Idealtypus des Industriebetriebs nicht vorher erarbeitet und vorangestellt, sondern allgemein vorausgesetzt. (...) Zum anderen müssen bestimmte Erscheinungen, Verhältnisse und Tendenzen bewertet werden. Diese Bewertung kann nicht in Richtung auf allgemeine Ordnungsvorstellungen erfolgen, sondern in Richtung auf Ordnungsvorstellungen, die in der industriellen Praxis aufschlußreich und vollziehbar sind. Es handelt sich also nicht darum, das analytisch aufbereitete material mit einer bestimmten Auffassung der industriellen Ordnung zu konfrontieren und es damit zu beurteilen, und es kann sich noch weniger darum handeln, es an einer bestimmten Idealvorstellung des Industriebetriebs zu messen. Die Aufgabe besteht darin, von Fall zu Fall die Entsprechung oder Nichtentsprechung bestimmter Kennzeichen der industriellen Ordnung gegenüber Tendenzen und Funktionen des industriellen Großbetriebs festzustellen" (S. 42f.).
ErkenntniszielEs soll ein "Beitrag zur sozialwissenschaftlichen Grundlagenforschung" (Vorwort) geleistet werden. Ausgangsannahme ist dabei: "Viele Fragen, die sich durch die Entwicklung der modernen Gesellschaft, insbesondere im industriellen Bereich, ergeben, lassen sich nur durch gründliche wissenschaftliche Forschungen beantworten" (Vorwort). Die Arbeit hat einen "gesellschaftspolitischen Grund" - die Einführung der Mitbestimmung in Eisen und Stahl - und soll verschiedenen Lesergruppen dienen (z.B. Sozialpolitiker). Ziel ist eine "Entideologisierung der Debatte um die Mitbestimmung und um die soziale Ordnung des industriellen Großbetriebes und Großunternehmens" (S. 11).
SelbstdefinitionDer Begriff der "Fallstudie" wird nicht verwendet, es wird von "kurzfristigen Reihenuntersuchungen" gesprochen (S. 440, S. 34f.).
MethodenbegründungTeil 1 des Buches beschäftigt sich ausführlich (S. 15-129) mit der theoretischen und v.a. methodischen Basis der Studie. Die Arbeit beginnt mit einem Kapitel, das sich mit den "Grundlagen industriesoziologischer Forschung" auseinandersetzt. Dort (S. 15-43) wird die Soziologie (als "positive Sozialwissenschaft") von anderen Disziplinen abgegrenzt, die Industriesoziologie definiert und verortet und zudem das grundlegende Methodenverständnis der Autoren dargelegt (z.B. das Prinzip der "Objektgemäßheit" der Methode, S. 33). Daran anschließend befasst sich Kapitel 2 mit methodischen Problemen der Sozialstatistik und reflektiert die eigene Vorgehensweise in Bezug auf Feld- und Datenauswahl, Aufbereitung und Interpretation. Kapitel 3 stellt ausführlich die Befragung (inklusive Gruppendiskussion) und deren methodische Probleme anhand der eigenen Erfahrungen dar. Kapitel 4 wiederum fokussiert "methodisch-statistische Verfahren".
AuswertungDie Befragung wurde mit statistischen Verfahren ausgewertet, eine Darstellung diverser Kennzahlen und Auswertung findet sich im Anhang (S. 440-686).
FalldarstellungDie untersuchten Werke werden einzeln vorgestellt (S. 137f.). In der anschließenden Darstellung und Interpretation der Ergebnisse tauchen diese nach Themen zusammengefasst auf, werden aber nicht als Einzelfall analysiert.
EingabeTUM

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