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Lutz, B. (1975): Die Krise des Lohnanreizes. Frankfurt: Europäische Verlagsanstalt.

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InstitutionInstitut für Sozialwissenschaftliche Forschung München ISF
ProjektbeteiligteLutz, Burkart
ProjektcharakterGestraffte und überarbeitete Fassung eines Forschungsberichtes, der im Jahre 1961 hektographiert erschien und Ergebnisse eines Projekts darstellt, welches im Rahmen des Frankfurter Instituts für Sozialforschung durchgeführt wurde (1959 und 1960). Diese Studie war von der Hohen Behörde der Europäischen Gemeinschaft für Kohle und Stahl initiiert.
weitere VeröffentlichungenGrundlage: Lutz, B., in Zusammenarbeit mit Brandt, G.; Teschner, M.; Welteke, R und Weltz, F. (1962): Grenzen des Lohnanreizes. Hektographierter Bericht, 2 Bde., Frankfurt.
Projektlaufzeitab 1957
Erhebungszeitraum1959-1960
Fälle6 Werke mit jeweils 2-3 Abteilungen
AuswahlStahlindustrie. Auswahl der Untersuchungsobjekte erfolgte in zwei Stufen: a) zunächst Auswahl von 6 Unternehmenswerken (nach Unternehmens- und Betriebsgröße, Alter, etc.), b) Auswahl von je 2-3 Betriebsabteilungen (S. 359).
ErhebungErhebungen in "(...) rund einem halben Dutzend charakteristischer Werke der deutschen Hüttenindustrie - und in jedem Werk wiederum konzentriert auf zwei oder drei charakteristische Betriebsabteilungen (...)" (S. 17): 1.) Dokumentenanalyse; 2.) "kontradiktorische", qualitative Interviews mit Experten (ca. 40, S. 361); 3.) 400 standardisierte Interviews mit Arbeitern (S. 361). Zunächst Durchführung einer "intensiven qualitativen Vorstudie" von Frühjahr bis Herbst 1959, im Anschluss daran Konzentration auf drei Erhebungsbereiche und Auswahl der Erhebungsinstrumente (siehe S. 360f.).
ForschungsgebietBetriebliche Herrschaft; Lohn/Leistung; Entgeltsysteme/Leistungspolitik; Technologische Entwicklung
Fragestellung"Ausgangspunkt (...) war die Vermutung, daß die Modernisierungswelle, die in den fünfziger Jahren in den meisten europäischen Stahlrevieren eingesetzt hatte, die traditionellen Entlohnungsformen in Frage stellt, die auf einem mehr oder minder direkten Bezug zwischen Verdiensthöhe einerseits und Leistung, Produktivität oder Ausstoß kleinerer Arbeitsgruppen beziehungsweise einzelner, technisch selbstständiger Anlagenteile andererseits basierten" (S. 15). Ziel war eine "(...) umfassende Analyse der Bedingungen und Entwicklungstendenzen zu versuchen, durch deren Zusammenwirken die Krise der Leistungsentlohnung zustande kommt" (S. 17). Dazu sollte u.a. insbesondere die historische Dimension berücksichtigt werden (auf der Ebene der einzelnen Werke, wie auch auf der Ebene des gesamten Industriezweiges) (S. 18).
TheoriebezugWie am Untertitel zu erkennen, war "betriebliche Herrschaft" ein zentrales Thema der Arbeit. Hierzu Bezug auf Webers Analyse in "Wirtschaft und Gesellschaft" (1964). Berücksichtigung einschlägiger Literatur zur Thematik rund um "Lohn und Leistung", sowie u.a. eigene Überlegungen zum Begriff der Leistungsgerechtigkeit (S. 335ff.).
ErgebnisseDie Ergebnisse werden in drei Teilen vorgestellt: A. Elemente der Analyse (hier geht es v.a. um Leistungsentlohnung und Leistungspolitik, Lohnpolitik und damit verbundene technische Bedingungen in den Betrieben); B. Geschichte der Leistungsentlohnung in der deutschen Stahlindustrie; C. "Leistungsentlohnung in der deutschen Hüttenindustrie nach dem Zweiten Weltkrieg - Eine empirisch-systematische Analyse des Krisenzyklus in den fünfziger Jahren". Der vierte Teil (D.) widmet sich der Zusammenfassung, auch unter theoretischen Gesichtspunkten. Hier werden beispielsweise der "Zentralbegriff" Leistungsgerechtigkeit und die Gerechtigkeitsansprüche der Arbeiter reflektiert.
Erkenntnisziel"Die Ergebnisse von "Mechanisierungsgrad und Entlohnungsform" ließen vermuten, daß die Entwicklung der Leistungslohnformen und ihres Funktionierens von drei Faktorenbündeln bestimmt wird, die von den Erhebungen abzudecken waren: a) Die jeweiligen Arbeits- und Produktionsverhältnisse (...); b) Die Bedingungen der Lohnpolitik (...); c) Das Verhalten der Arbeiter (...). Die Ermittlungen sollten ein möglichst vollständiges Bild von der derzeitigen Struktur und Mächtigkeit dieser Faktoren in typischen (nicht repräsentativen) Betrieben und Werken der Stahlindustrie liefern und, soweit möglich, ihre mittel- bis langfristige Entwicklung nachzuzeichnen gestatten. Hierzu kam als weiterer selbstständiger Erhebungsbereich das zu erklärende Phänomen selbst: d) Die Leistungsentlohnung in den untersuchten Werken und Betriebsabteilungen, die jeweils geltenden Systeme, ihre praktische Handhabung und die sich in Systemen und Praxis leistungsabhängiger Entlohnung ausdrückenden Zielsetzungen und Prinzipien; auch hier war die Mittel- und langfristige Entwicklung zu erfassen" (S. 358f.).
SelbstdefinitionBegriff "Fallstudie" wird nicht verwendet.
MethodenbegründungBei Anlage und Durchführung der Untersuchung waren vor allem die folgenden Aufgaben zu bewältigen (S. 358): 1.) Die Auswahl der Stichprobe, so dass "(...) einerseits möglichst günstige Untersuchungsbedingungen gesichert waren, in denen andererseits erwartet werden konnte, alle für die Untersuchungsfragestellung relevanten charakteristischen Situationen, Konstellationen und Entwicklungsprozesse vorzufinden."; 2.) Die Entwicklung eines Instrumentariums, welches "(...) ohne unvertretbar hohen Aufwand die komplexen Faktoren und Zusammenhänge (...) einigermaßen zuverlässig abzubilden versprach"; 3.) Die Erfassung der historischen Dimension durch die Analyse von Material. Der Untersuchungsprozess sollte die "(...) enge Kombination von Theoriebildung auf der Basis bereits gewonnener Befunde mit weiteren empirischen Studien ermöglichen (...)" und zwar durch "(...) die Einschaltung von bereits stark analytischen Zwischenphasen nach einer zur Entwicklung des Erhebungsinstrumentariums bestimmten Pilotstudie und vor dem beginn der Haupterhebung sowie nach der Sammlung und Auswertung betrieblicher Unterlagen und Statistiken und vor den Experteninterviews" (S. 18).
AuswertungDie Auswertung wird nicht systematisch skizziert. Vereinzelt Zitate, die auf Protokollierung der Interviews schließen lassen, statistische Ergebnisse in Tabellenform.
FalldarstellungDie untersuchten Werke werden kurz genannt, sonst fließen die Ergebnisse der Fallanalysen in den Fließtext ein. Als "Sonderfall" wird das Werk J gesondert dargestellt (S. 225).
EingabeTUM

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