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Schumann, M.; Baethge-Kinsky, V.; Kuhlmann, M.; Kurz, C.; Neumann, U. (1994): Trendreport Rationalisierung. Automobilindustrie, Werkzeugmaschinenbau, Chemische Industrie. Berlin: Edition Sigma.

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InstitutionSoziologisches Forschungsinstitut Göttingen (SOFI)
ProjektbeteiligteSchumann, Michael (Projektleiter); Baethge-Kinsky, Volker; Kuhlmann, Martin; Kurz, Constanze; Neumann, Uwe; Springer, Roland (bis 1989)
ProjektcharakterIm "Verbund sozialwissenschaftliche Technikforschung" finanziert vom Bundesministerium für Forschung und Technologie (BMFT)
weitere Veröffentlichungen
Projektlaufzeit1986-1993
Erhebungszeitraum1988-1991
Fälle3 Branchen (Automobil, Maschinenbau, Chemie)
AuswahlBetrachtet werden 3 Branchen. Innerhalb dieser Branchen wurde ein jeweils unterschiedliche Anzahl von Unternehmen und Werken als untergeordnete Fälle erhoben. Automobilindustrie: 9 Werke Betriebe aus 3 Unternehmen, Werkzeugmaschinenbau: 29 Werke aus 27 Unternehmen, Chemische Industrie: 8 Werke aus 4 Unternehmen (S. 38).
ErhebungEs wurden je Branche bestimmte Produktsparten und (Rationalisierungs-)Prozesse und erfasst. Einen Überblick vermittelt Tabelle 5 (S. 38). Die Studie besteht aus "Intensivstudien" und "Breitenerhebungen". Dazu wurden unterschiedliche Instrumente verwendet (siehe S. 34): für die Intensivstudien Expertengespräche, Arbeitsplatzbeobachtungen und qualitative Arbeiter-Interviews, für die Breitenerhebungen Bereichsbegehungen und ergänzende Expertenbefragung, Dokumentenanalyse zum Personaleinsatz/zum Arbeitsplatzprofil, sowie schriftliche Befragung. Quantitative Details der jeweiligen "Intensivstudien": 1.) Automobilindustrie: 264 Expertengespräche; 58 Arbeitsplatzbeobachtungen; 193 Arbeiterinterviews; 2.) Werkzeugmaschinenbau: 69 Expertengespräche; 13 Arbeitsplatzbeobachtungen; 25 Arbeiterinterviews; 3.) Chemische Industrie: 180 Expertengespräche; 25 Arbeitsplatzbeobachtungen; 83 Arbeiterinterviews (S. 38).
ForschungsgebietRationalisierung; Reorganisation; Arbeitsorganisation; Betriebsorganisation; Arbeitspolitik
FragestellungAusgangsfragen entstanden "(...) noch aus den Debatten um "Das Ende der Arbeitsteilung" und die darin prononciert vorgetragene These vom rationalisierungspolitischen Paradigmenwechsel. Was war daran, wenn man 10 Jahre später hinschaute? Wie entwickelt sich das Anfang der 80er Jahre gerade aufkeimende Pflänzchen "neue Produktionskonzepte", also die Intention, Produktivität durch pfleglichen statt strangulierenden Umgang menschlicher Arbeit zu suchen, im steinigen Umfeld traditioneller Betriebsstrukturen und tayloristischer Denkgewohnheiten? Entfalten diese Konzepte jene sprengende Kraft der Affenbrotbäume des "kleinen Prinzen", destruieren sie die alten Paradigmen, konturieren sie die Industrie neu, leiten sie eine andere Zukunft der Industriearbeiter ein? Oder bleibt ihre Wirkung begrenzt - Gewächshausexoten im Sonderbau, ohne Verallgemeinerung aufs breite industrielle Umfeld?" (S.13)
TheoriebezugOrientierung an den Prognosen von Kern/Schumann (1984) zum "Ende der Arbeitsteilung" zum "rationalisierungspolitischen Paradigmenwechsel" (S. 13). Ehemals untersuchte "Vorzeigeindustrien", müssen nun als als "Sorgenkinder" des Post-Taylorismus und Post-Fordismus gesehen werden (S. 14ff.). Bezug auf verschiedenste Rationalisierungsdiskussionen der 1980er und 1980er Jahre. Rationalisierung wird als "(...) ganzheitliche, d.h. Arbeit, Betrieb und Unternehmen als Einheit umfassende (...) Gesamtstrategie" verstanden, "(...) in denen Organisation und Technik, Personal und Produkt, Marktbeziehung und Herrschaftsbedingungen gleichermaßen als Mittel wie als Rahmenbedingungen fungieren" (S. 21) (vgl. Wittke 1990).
ErgebnisseDie Darstellung der Ergebnisse erfolgt zunächst für die einzelnen Branchen. Ein Schlussresümee in Kapitel E "Rationalisierung in Transition" (S. 643ff.) fasst branchenübergreifend Ergebnisse zusammen und gibt einen Ausblick. Insgesamt kann die These des "rationalisierungspolitischen Paradigmenwechsels" bestätigt werden, es finden sich jedoch große Unterschiede zwischen High-Tech-Bereichen (mit verstärkter Nutzung neuer Produktionskonzepte) und Low-Tech-Bereichen (mit andauernden tayloristischen Prinzipien).
Erkenntnisziel"Der Trendreport versteht sich insofern als eine Folgestudie zu "Das Ende der Arbeitsteilung?", als er ausdrücklich die hierin vertretene These vom Umbruch betrieblicher Rationalisierung aufgreift und danach fragt, wie sich die neuen Produktionskonzepte im gleichen Untersuchungsfeld weiterentwickelten. Der Anspruch ist jetzt aber, über fallspezifische Beweisführung hinaus repräsentative Aussagen zur Rationalisierung in den untersuchten Branchen vorzulegen" (S. 11). Ziel der Untersuchung war es demnach, einen Trendreport, im Sinne einer regelmäßigen Berichterstattung, ins Leben zu rufen, welcher mit dieser Studie einen "Nullpunkt" als Ausgangspunkt für zukünftige Untersuchungen legen sollte (S. 27).
SelbstdefinitionDie Daten wurden durch "Fallstudien" (auch "Intensivfallstudien") erhoben (vgl. z.B. S. 41). "Intensivstudien" und "Breitenerhebung" (S. 25ff.).
MethodenbegründungDie Forschungsanlage wird auf den Seiten 25-27 vorgestellt und umfassend begründet. Weil die durch das "Ende der Arbeitsteilung" aufgeworfenen Fragen "(...) nach Reichweite, Verlauf und arbeitsstruktureller Wirkung der neuen Produktionskonzepte (...) nachgefaßt und neue Entwicklungen transparent gemacht werden (...)" sollten, "(...) wurde eine Forschungsanlage gewählt, die in denselben Forschungsfeldern (Branchen, Konzerne, Werke, zum Teil Betriebe) und mit vergleichbaren Recherchen den zwischenzeitlich erfolgten Rationalisierungsbewegungen nachspüren konnte. Deswegen entschieden wir uns für eine Darstellungsform, die den Branchenergebnissen eine hohe Eigenständigkeit im Sinne von "Branchenreports" gibt, sie aber gleichzeitig untereinander auch mit der alten Studien gut vergleichbar macht" (S. 25). Die methodische Vorgehensweise vom "Ende der Arbeitsteilung" wird modifiziert, denn "In Frage gestellt wurde (...) die "Zufälligkeit" von Fallerhebungen und deren "Hochrechnung" auf das Gesamt von Industrien wie auch die Unfähigkeit, Verläßliches über die Entwicklungen zu sagen, solange keine wirklich vergleichbaren Daten für Betrachtungen in der Zeitachse vorliegen" (S. 25). Demnach wurde das Erhebungsfeld ausgeweitet und die Erhebungsinstrumente um branchenrepräsentative Breitenerhebungen ergänzt (S. 26). Auch der "Preis" dieser Vorgehensweise wird reflektiert (S. 26f.). Für jede Branche einzeln wird darüber hinaus die jeweilige Untersuchungsanlage in ihren Spezifika vorgestellt und reflektiert (s. S. 41ff., S. 389ff., S. 536ff.). In diesem Zuge werden z.B. auch "Grenzen und Probleme industriesoziologischer Fallstudien" angeschnitten (S. 41). In verschiedenen Anhängen werden diverse methodische Details der Studie vertieft
AuswertungEine genaue Darstellung des Auswertungsvorgangs wird nicht dargestellt, es wird allerdings ein Unterschied zwischen Intensivstudie und Breitenerhebung erläutert, welcher sich auch in den Erhebungszielen, Dimensionen und den entsprechenden Instrumenten widerspiegelt und somit das Auswertungsverfahren beeinflusst (vgl. S. 34).
FalldarstellungSiehe Methodenbegründung. Jeder Fall wird zunächst separat als "Branchenreport" aufgearbeitet. Diese sind in Aufbau und Argumentationsgang analog. Abschließend erfolgt eine fallübergreifende Analyse (Kapitel E).
EingabeTUM

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