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Veröffentlichung

Kalkowski, P.; Mickler, O. (2009): Antinomien des Projektmanagements. Eine Arbeitsform zwischen Direktive und Freiraum. Berlin: Edition Sigma.

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InstitutionSoziologisches Forschungsinstitut Göttingen (SOFI)
ProjektbeteiligteKalkowski, Peter; Mickler, Otfried
ProjektcharakterDFG-Projekt
weitere Veröffentlichungen
Projektlaufzeit2005-2006
ErhebungszeitraumKeine Angabe
Fälle6 Fälle = je 3 Betriebe pro Branche (IT und Automobilindustrie). Insgesamt wurden allerdings 10 Unternehmen untersucht.
AuswahlIT-Branche und Fahrzeugbau; Betriebe mit größeren Entwicklungsabteilungen (d.h. 100 und mehr Mitarbeiter in diesen Abteilungen).
ErhebungErhebungen via "ausführlicher (ca. zwei Stunden dauernder) qualitativer Expertengespräche". Insgesamt 60 "offene Experteninterviews" (S. 37): Gespräche mit: Managementvertretern, Projektleitern, Projektmanagementexperten, Personalleitern. Interviews wurden aufgezeichnet und transkribiert. Außerdem Dokumentenanalyse (S. 37).
ForschungsgebietPersonalmanagement; Arbeitsorganisation; Informelle Sozialbeziehungen; Steuerungs- und Koordinationsformen; Gruppenarbeit/Arbeitsautonomie
FragestellungDer Untersuchung liegen die folgenden Thesen zugrunde: "Das Contracting, der zu einem Vertrag führende Verhandlungsprozess, kann als Bestandteil des Projektmanagements auch zur Förderung wechselseitiger Verständigungsprozesse (sensemaking) genutzt werden, die eine unabdingbare Voraussetzung kooperativ-interdisziplinärer Problemlösungs- und Lernprozesse sind. (...) Zugespitzt lautet die leitende These: Das Contracting ist wesentlicher Teil des Projektmanagements und definiert wichtige Bedingungen für die Projektorganisation und die Projektarbeit" (S. 34). Daher wird auch nach "betrieblichen Strategien zur Professionalisierung des Projektmanagements und der betrieblichen Praxis des Contracting" (S. 34) gefragt: "Welchen Einfluss haben unterschiedliche Rahmenbedingungen, Projektmanagementmodelle und die Einbettung der Projekte in die Linienorganisation auf das Contracting? Welchen Stellenwert hat es in den betrieblichen Ansätzen zur Professionalisierung des Projektmanagements? Welche Verhaltensweisen und Arbeitseinstellungen erwartet das Management von den Projektmitarbeitern? Welche Erwartungen haben Hochqualifizierte an ihre Arbeit und an das Contracting? Worin sehen sie Widersprüche in der Organisation von Projektarbeit und wie gehen sie damit um? Inwieweit sind die Mitarbeiter an der Aushandlung von Zielen, Bedingungen und Mitteln der Projekte beteiligt und wie bewerten sie ihre Partizipationschancen?" (S. 34)
TheoriebezugDie Autoren beziehen sich zunächst umfangreich auf Begriffe und Konzeptionen zu Projekten und Projektmanagement (S. 11ff.). Weiterführend beschäftigen sich die Autoren mit der Bedeutung der "Kontrahierung von Arbeit in wissensintensiven Projekten" und unterscheiden zwischen expliziten und impliziten Arbeitsverträgen, zwischen welchen sich ein Spannungsverhältnis abzeichnet. Insbesondere Aushandlungsprozesse sind für Kalkowski und Mickler interessant. Auf den Seiten 21ff. beschreiben die Autoren die Funktionen von formellen Verträgen und informellen Vereinbarungen näher.
ErgebnisseDie Autoren konstatieren, dass informelle Projektorganisation vermehrt professionalisiert wird und durch Projektmanagement unterstützt wird. Dabei stehen die vielfältigen Versuche, Projekte stärker formal zu regeln und zu kontrollieren (z.B. regelmäßige Berichtspflichten, wirtschaftliche Kennzahlen zur Ergebnissteuerung), in einem Spannungsverhältnis zu den Handlungsspielräumen und informalen Strukturierungsleistungen der Projektmitarbeiter, die für wissensintensive Projekte unabdingbar sind (S. 169ff.).
ErkenntniszielAusgehend von der These, dass "Organisation und Arbeit (...) in zunehmendem Maße projektifiziert" (S. 11) werden, soll die Organisation von Projektarbeit und deren spezifische Form der Koordination durch ausgehandelte Projektverträge, dem Contracting, untersucht werden.
SelbstdefinitionDas Untersuchungsdesign wurde als "Fallanalysen" angelegt. Dabei werden "Intensivfallstudien" (S. 37) unterschieden.
MethodenbegründungDie Untersuchungsmethode wird in Kapitel 3 (S. 34ff.) dargelegt. Neben der Branchen- und Fallauswahl wird die Wahl der Erhebungsinstrumente begründet und (unter Bezug auf Yin 2003) die Eignung der Fallstudienstrategie hervorgehoben: "Sie erlaubte es, den widersprüchlichen Prozess der Professionalisierung von Projektmanagement bei Innovationsarbeit im Kontext der etablierten Unternehmerorganisation zu untersuchen und dabei die oftmals divergierenden Handlungsperspektiven unterschiedlicher Akteure wir oberes und mittleres Management, Projektleiter, Experten des Projektmanagements und Personalleiter systematisch zu erfassen und zu interpretieren" (S. 37).
AuswertungKeine Angabe zu konkreten Auswertungsschritten.
Falldarstellung"Da Form und Inhalt des in den Betrieben praktizierten Contracting nicht losgelöst von den jeweiligen Rahmenbedingungen der Projekte und ihrem Projektmanagementmodell diskutiert werden können", werden diese in den Abschnitten 4 und 6 vorgestellt (S. 38). In Abschnitt 5 erfolgt die exemplarische Darstellung zweier Fälle (jeweils einer pro Branche). In den weiteren Analysen und Interpretationen werden immer wieder Verweise zu den verschiedenen Fällen hergestellt.
EingabeTUM

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