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Veröffentlichung

Weltz, F. (1966): Arbeit im Bürogroßraum. Ergebnisse einer soziologischen Fallstudie. Frankfurt: Europäische Verlagsanstalt.

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Details

InstitutionRationalisierungs-Kuratorium der Deutschen Wirtschaft (RKW); Frankfurt am Main
ProjektbeteiligteWeltz, Friedrich (Leiter); Literaturuntersuchungen: Pöhler, Willi; außerdem beteiligt Doermer, Christian; Hermann, Klaus; Liebel, Manfred
ProjektcharakterVom RKW privat in Auftrag gegebene Studie
weitere Veröffentlichungen
ProjektlaufzeitBeginn der Vorarbeiten: 1963; Veröffentlichung: 1966
ErhebungszeitraumMai - Oktober 1963 (S. 12)
FälleEin Fall (das Untersuchungsunternehmen)
AuswahlKeine Angabe
ErhebungDas empirische Vorgehen wird in einem Satz beschrieben: "Analyse stützt sich auf ausgedehnte Gespräche mit Angehörigen des Managements der Firma sowie der Planungsgruppe, auf eigene Beobachtungen im Großraum, auf eine Befragung von Angestellten (101 intensive Interviews) und bei der Firma vorliegendes Unterlagenmaterial (Statistiken, Protokolle, Memoranden, Tagebücher usw.)" (S. 12). Ansonsten keine weiteren Angaben. Im Anhang findet sich der standardisierte Interviewfragebogen.
ForschungsgebietArbeitsorganisation; Rationalisierung; Angestellte; Arbeitsgestaltung
FragestellungExplorative Untersuchung. Zentrale Fragen: Wie verändert sich Arbeit im Großraumbüro in "sozialer und arbeitsorganisatorischer" Hinsicht (S. 9)? Welche Anforderungen ergeben sich dabei für den Einzelnen? Inwieweit werden die neuen Anforderungen zum Zwang (S. 29)?
TheoriebezugDiverse Werke über Arbeitsorganisation, Arbeitsplanung und räumliche Planung in Betrieben. U.A.: Schnelle E. (1959); Schnelle W. (1961); Scharfenberg (1961); Ladner (1960).
ErgebnisseEs gibt keine zusammenfassenden Kapitel in diesem Buch. Die Ergebnisse werden wie folgt geordnet: vor dem Umbau in ein Großraumbüro, Übergangsphase, Urteil danach. Befunde: Beurteilung von Großraumbüros unterscheidet sich systematisch bei leitenden und "normalen" Angestellten. Vorteile z.B. bessere Zusammenarbeit, psychologische Kontrolle wird erleichtert, ungestörter Arbeitsfluss, besserer Kontakt zu Mitarbeitern, bessere Ausstattung; Nachteile: direkte Kontrolle wird durch Unübersichtlichkeit erschwert; Konzentrationsstörungen durch Lärm und Störungen (S. 73ff.). Obwohl insgesamt positive Meinungen vorherrschen, werden bei Wahlmöglichkeit kleine Büroräume bevorzugt - die Gründe hierfür sehen die Autoren in der Wahrnehmung von verstärkter gegenseitiger Kontrolle zwischen den Angestellten (S. 83), also "Soziale Disziplinierung" (S. 121). Es folgen zwei weitere Kapitel über das "Verhalten im Grossraum" (F) und "Probleme" (G), wo man zu dem Schluss kommt: "Nur wer über eine den besonderen Anforderungen im Großraum entsprechende psychische Konstitution verfügt, wird dieser Belastung auf Dauer gewachsen sein" (S. 121) und neue Führungsprobleme konstatiert werden. Insgesamt zwei gegenläufige Entwicklungen: "Prozess der Gewöhnung, der zu einer positiven Einstellung zum Bürogroßraum führt, und einen Prozeß der Ermüdung und Abnutzung, der entgegen gesetzte Wirkungen zeigt, vor allem zu einer gewissen Degeneration in der sozialen Gestaltung führen kann" (S. 11).
ErkenntniszielErgründung von ambivalenten sozialen Auswirkungen von Großraumbüros auf die Angestellten und Verbesserung der Situation durch Arbeitsgestaltung (S. 9). Versuch "durch die Analyse der Erfahrungen, die bei der Einrichtung und der Arbeit in einem Großraumbüro gemacht wurden, [als erste Studie in der BRD] Einblick zu vermitteln in die sozialen Auswirkungen dieser neuen Gestaltung von Bürobetrieben" (S. 10).
SelbstdefinitionDer Autor bezeichnet seine Methode als "Fallstudie" bereits im Titel des Buches - geht dann aber nicht mehr darauf ein, was dies bedeutet.
MethodenbegründungEin Methodenkapitel gibt es nicht, die Methodenwahl wird nicht begründet, die Erhebung und Auswertung werden kaum beschrieben. Lediglich Methodenreflexion bzgl. der Repräsentativität: "1. Es handelte sich um einen der ersten in der Bundesrepublik eingerichteten Bürogroßräume. Die hier gemachten Erfahrungen sagen nur wenig über den späteren Entwicklungsstand aus. 2. Es handelte sich nicht um einen Neubau, sondern um einen Umbau, bei dem gewisse Gegebenheiten berücksichtigt werden mussten, etwa die zu geringe Geschoßhöhe. Eine vollständige Gestaltung des Büroraumes war so nicht möglich. 3. Die in dem Großraum untergebrachte Abteilungen arbeiteten zuvor unter relativ ungünstigen räumlichen Bedingungen. 4. Die Untersuchung erfolgte zu früh (2 Jahre nach dem Einzug). Eine Untersuchung nach einem längeren Zeitraum hätte andere Ergebnisse gebracht" (S.10). "Daß zu einem späteren - wie auch zu einem früheren - Zeitpunkt die Ergebnisse unserer Untersuchung anders ausgefallen wären, kann nicht bestritten werden" (S. 11).
AuswertungTeil E und F der Studie beschäftigen sich mit der Auswertung der Interviews in Bezug zu Urteil und Verhalten über/im Großraumbüro. Hierzu werden Interviewausschnitte herangezogen, kurze Verweise zu Erhebungstabellen im Anhang.
FalldarstellungAnhang I enthält Tabellen mit den absoluten Häufigkeitsverteilungen zu den meisten (38 von 64) Fragen; in Anhang II findet sich der standardisierte Interviewfragebogen.
EingabeTUM

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