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Braczyk, H.-J.; Grüneberg, U.; Schmidt, G. (1981): Produktionsmodernisierung und soziale Risiken. Eine Fallstudie zur Gießereiarbeit. Frankfurt: Campus. (Forschungsbericht)

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InstitutionSFS Dortmund
ProjektbeteiligteBraczyk, Hans-Joachim; Grüneberg, Ulrich; Schmidt, Gert; weitere Beteiligte: Gebbert, Christa; Gebbert, Volker; Dr. von dem Knesebeck, Jost-Herneid und von Schwerin, Alexander
ProjektcharakterFörderung durch das Aktionsprogramm der Bundesregierung zur Humanisierung des Arbeitslebens; durchgeführt im Auftrag des Bundesministeriums für Forschung und Technologie.
weitere Veröffentlichungen
ProjektlaufzeitApril 1977 - Oktober 1979
Erhebungszeitraum1977-1979
FälleEin Untersuchungsbetrieb = ein Fall
AuswahlMetallverarbeitendes Unternehmen (Gießerei)
Erhebung1.) Expertengespräche: mehrere Gespräche mit vorbereiteten Gesprächsleitfäden mit Vertretern der Unternehmens- und Werksleitung, des mittleren und unteren Management und des Betriebsrates; Expertengespräche mit externen Vertretern anderer Gießereien und Verbände zur Informationsaufnahme allgemeiner spezifischer Probleme des Arbeitskrafteinsatzes in Gießereien keine Angabe über Anzahl der Gespräche (S. 25); 2.) Dokumentenanalyse: Unterlagen zur Rekonstruktion von Merkmalen der Beschäftigungsentwicklung (Verweildauer, Alter der Beschäftigten, Personalstärke von Abteilungen, Fehlzeiten, Unfallmeldebögen, etc.) (S. 26); 3.) systematische Beobachtungen: Ergänzung zu 1. und 2. um Prozessmerkmale des Produktionsablaufes im Hinblick auf Strukturrekonstruktion zu erfassen (S. 26); 4.) Gruppendiskussion: mehrere Gruppendiskussionen zu verschiedenen Zeitpunkten des Projektes; Teilnehmer: Betriebsräte, Vertrauensleute, Meister, Arbeitnehmer aus identischen Arbeitsbereichen. (S. 26); 5.) Interviews: erste Erhebungsphase wurde mit einem Gesprächsleitfaden verwirklicht; explorative Erhebung zur Hypothesenbildung (S. 26); zweite und dritte Erhebungsphase: Verwendung standardisierter Instrumente; erste und zweite Befragung dienten der Hypothesenbildung, dritte Befragung war "Materialgrundlage für die Darstellung der Reaktionen der Befragten auf die technisch-organisatorischen Veränderungen" (S. 27); 6.) Samplestruktur: Mitglieder der Stammbelegschaft; kaum Ausländer vertreten; um Verzerrungen zu vermeiden wurden 23 weitere Probanden aufgenommen; trotzdem konnte "eine repräsentative Auswahl (..) nicht erreicht werden", da die Fluktuation während der Untersuchung stieg. Die Ersterhebung beinhaltete 35 Personen; Abschlusserhebung 43 Personen (S. 27ff.).
ForschungsgebietReorganisation; Betriebliche Sozialpolitik; Arbeitsmotivation/Arbeitszufriedenheit; Arbeitsorganisation
FragestellungKonzentration auf folgende Gegenstandsbereiche: "1.) Die betriebliche Arbeitskräfteeinsatzpolitik in dem Doppelsinn normativer Interessensetzung und der Normierung von Rollenerwartungen. 2.) Das technisch-organisatorische System des Produktionsprozesses als Institutionalisierung von Arbeitsstrukturen. 3.) Die Bewertung der Arbeits- und Beschäftigungsbedingungen durch die Arbeitnehmer" (S. 9).
TheoriebezugArbeitseinsatz (Weltz 1974); in Bezug dazu Risikotypen "Verkaufsrisiko, Gratifikationsrisiko, Qualifikations- bzw. Qualifizierungsrisiko und Verschleißrisiko" (Böhle/Altmann 1972); Kern/Schuhmann (1970); eigene theoretische Vorüberlegungen zu technisch-organisatorischen Systemen und deren Dimensionen (Zeit-, Sach-, Sozialdimension).
ErgebnisseDarstellung und Interpretation der Befunde in zusammenfassenden Kapiteln (IIIC, IVC, VC); 1.) die alte und ehemals erfolgreich praktizierte betriebliche Arbeitskräftepolitik ist an ihre Grenzen gestoßen (S. 175); 2.) Interventionsanforderungen sind je nach analytischer Betrachtungsebene (Sach-, Zeit-, Sozialdimension) unterschiedlich; insbesondere die Änderungen in der Zeitdimension sind sehr stark ausgeprägt; funktionale Ausdifferenzierung reduziert funktionale Abhängigkeiten in den einzelnen Abteilungen (S. 118); Interpretation als Wandel der "Tauschrelation" zwischen Arbeitnehmer und Arbeitgeber (S. 119); 3.) Humanisierungstendenzen in der Bewertung der Befragten: Arbeitsplatzbedingungen haben sich verbessert, nur Lärmbelastung hat sich verschlimmert; unmittelbare Arbeitsbelastung hat sich enorm verschlechtert (höheres Tempo, höhere nervliche Anspannung, nur geringe Besserung der körperlichen Beanspruchung) (S. 124 f.), Bewertung variiert aber nach Tätigkeit (S. 177).
ErkenntniszielHumanisierung von Arbeit; Studie konzipiert als sozialwissenschaftliche Begleitstudie zu einem Arbeitshumanisierungsprojekt in einer Gießerei (S. 7).
SelbstdefinitionTitel bezieht sich bereits auf "Fallstudie"; die Autoren bezeichnen das Projekt als "qualitative Fallstudie" (S. 25)
MethodenbegründungDas Methodenkapitel (Kap I B) beschreibt sehr genau die verwendeten Erhebungsmethoden; Reflektiert werden dabei die beiden - nach Meinung der Autoren - wichtigsten Arten: Gruppendiskussion und Interviews (S. 26); darüber hinaus wird die Samplestruktur diskutiert und erläutert, inwiefern die Repräsentativität gelitten hat; nicht realisierte Interviews werden ebenfalls deutlich dargestellt, sowie die Schnittmenge von Erst- und Abschlussbefragung um den Verzicht von statistischen Auswertungsverfahren zu begründen (S. 29); Begründung der Verwendung von qualitativen Fallstudien: "Abgesehen davon, dass die Rahmen- und Durchführungsbedingungen eine andere Analogie gar nicht zuließen, muss auch betont werden, dass Fallanalysen in der Industriesoziologie üblich und auch der Komplexität von Prozessen technisch-organisatorischer Veränderungen angemessen sind" (S.25).
AuswertungKeine weiteren Informationen über den Umgang mit den Interviews; häufig Unterlegung der Argumentation mit Interviewteilen (z.B. vgl. S. 164); Erhebung der Arbeitsplatzbedingungen mit Polaritätsprofilen, im "vorher - nachher" Vergleich; Häufigkeitsauszählungen zu Arbeitsplatzbelastungen (z.B. vgl. S. 124 ff.).
FalldarstellungVerwendung von Tabellen bei Befunden und Interpretationen (z.B. vgl. S. 124ff.); Auszüge aus Interviews (z.B. vgl. S. 164); Darstellung der Samplestruktur bzgl. Alter, Beschäftigungsdauer und Nationalität (S. 28f.), sowie Charakteristika des Betriebes (S. 33ff.).
EingabeTUM

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