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Veröffentlichung

Haipeter, Th.; Lehndorff, S. (2004): Atmende Betriebe, atemlose Beschäftigte? Erfahrungen mit neuartigen Formen betrieblicher Arbeitszeitregulierung. Berlin: Edition Sigma. (Forschungsbericht)

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Details

InstitutionInstitut Arbeit und Technik (IAT)
ProjektbeteiligteLehndorff, Steffen (Konzeption und Veröffentlichung); Haipeter, Thomas (Konzeption, Durchführung der Empirie und Veröffentlichung); Wagner, Alexandra; Schief, Sebastian (Datenauswertung für Teil 1 des Buches, die Einbettung der Fallstudien in quantitative Entwicklungstrends); Schlänger, Lisa (Endkorrektur)
ProjektcharakterHBS-Projekt
weitere Veröffentlichungen
Projektlaufzeit2002-2003
Erhebungszeitraum2002-2003
Fälle5 Fälle = 5 Betriebe
Auswahl3 IT-Dienstleister, 1 Entwicklungszentrum eines Industrieunternehmens, 1 Produktionsbetrieb (d.h. 3x IT, 2x Metall). Auswahl nach Beschäftigtengruppe, Tarifbindung und Tarifbranche (siehe Tabellen 6 und 7, S. 50f.).
Erhebung"Unser wichtigstes Untersuchungsinstrument waren intensive Betriebsfallstudien" (S. 50). Die Fallstudien beruhen auf "drei methodischen Pfeilern" (S. 53): 1.) "Auswertung schriftlicher Quellen": Tarifverträge, Geschäftsberichte, Organigramme, werden auf Regulierungselemente der Zeitarbeit hin analysiert. 2.) "leitfadengestützte Experten- und Beschäftigteninterviews": Experteninterviews (1-1,5 Std.) (S. 54) erstreckten sich auf Vertreter der Unternehmen und Betriebsräte, zur Erfassung der Problemwahrnehmung bei Arbeitszeitregulierungen, Motive und Interessen bei Neuregulierungen, etc.; Beschäftigteninterviews (ca. 1 Std.) (S. 54) dienten der Analyse der alltäglichen Regulierungspraxis und deren Wandel (S. 53); Anzahl der Interviews: Luftschiff 33 (11 Experten, 21 Beschäftigte); High Tech 13 (3 Exp, 10 Besch); Software 17 (4 Exp, 13 Besch); IT-Services 14 (4 Exp, 10 Besch); Kommunikator 15 (4 Exp, 11 Besch); zusätzlich Interviews mit Vertretern der Tarifvertragsparteien, in Fällen mit besonderen tariflichen Regulierungsformen; 3.)"quantitative Daten zur Entwicklung der Arbeitszeiten in den Unternehmen" (S. 55); Erhebung aus den Personalabteilungen; tatsächliche Arbeitszeiterhebung war allerdings problematisch (S. 55).
ForschungsgebietArbeitszeit; Gewerkschaftliche Interessenvertretung; Betriebsorganisation; Arbeitspolitik; Mitbestimmung
FragestellungNeuartige Formen der Arbeitszeitregulierung; zwei grundlegende Hypothesen: 1.) "Erstens ist anzunehmen, dass Problemlagen und Erfolgsbedingungen durch die Regulierungen selbst begründet werden. Die dabei zu beantwortende Frage lautet, welche Regulierungselemente oder welche Kombination von Regelungselementen für ein gutes oder schlechtes Funktionieren der Regelung nach den Kriterien der praktischen Wirksamkeit verantwortlich gemacht werden können." 2.) "Zweitens ist aber als sicher anzunehmen, dass für den Erfolg oder Misserfolg einer Regulierung Kontextbedingungen wie die Unternehmens- und Arbeitsorganisation und die industriellen Beziehungen ganz entscheidend sind. Mit Blick auf die Organisation ist zu klären, ob und in welcher Gestalt neue Steuerungsformen Einzug in die Unternehmen gehalten haben" (S. 48f.). Ausführlicher ebd.
TheoriebezugKapitel 1 gibt einen Überblick zum Thema Flexibilisierung der Arbeitszeit und der Stand der Forschung wird skizziert. Stichpunkte: "Erosion der Flächentarifverträge" (Bispinck/Schulten 2003) (S. 16); "kontrollierte Dezentralisierung" (Schroeder/Weinert 1999) (S. 16); "Internalisierung des Marktes" (Moldaschl 1997; Moldaschl/Sauer 2000; Dörre 2002) (S. 25); eigene theoretische Vorüberlegungen, besonders zur Thematik "Internalisierung des Marktes" (S. 25ff.). In Kapitel 2 wird in die Thematik "Arbeitszeitregulierung" eingeführt.
ErgebnisseDie Befunde werden systematisch am Ende der jeweiligen Kapitel von den Autoren zusammengefasst: 1.) Große Unterschiede in den untersuchten Betrieben hinsichtlich ihrer Probleme, Kontextbeziehungen und Regulierungselemente. Trotzdem Gemeinsamkeiten, z.B. Markt als Steuerungsinstrument (Kap. 9: S. 104ff.); 2.) Darstellung neuartiger Arbeitszeitregulierungen und ihrer Probleme, z.B. Funktionswandel der Gleitzeit (Kap. 10), bezahlte Mehrarbeit (Kap. 11), unbezahlte Mehrarbeit (Kap. 12), Langzeitkonten (Kap. 13), sowie die sich damit verändernde Mitbestimmung (Kap. 14 und 15). Im letzten Teil des Buches (Teil 4) werden Schlussfolgerungen gezogen, insbesondere mit Blick auf "wirksame und unwirksame Arbeitszeitregulierungen", auf "indirekte Steuerung und Interessenvertretung" und "betriebliche Arbeitszeitpolitik der Gewerkschaften".
Erkenntnisziel"Ob und wie (kann) es den Gewerkschaften gelingen (..), die Dezentralisierung von Arbeitszeitregulierung nicht vorrangig defensiv zu bewältigen, sondern die in diesem Prozess zugleich schlummernden offensiven Potentiale zu nutzen" (S. 45). Daher bietet das Buch auch mehrere Kapitel mit gewerkschaftlichen Gestaltungsoptionen.
SelbstdefinitionDie vorliegende Studie wird als "Fallstudie" bezeichnet (S. 14); die Fälle an sich werden auch als "Fallbeispiele" bezeichnet (vgl. z.B.: S. 49ff.), die Fallstudien auch als "Betriebsfallstudien" (S. 50); "wir haben uns für einige wenige, dafür intensive Fallstudien entschieden" (S. 14).
MethodenbegründungEin Methodenkapitel ist vorhanden: Kap. 3 (S. 45ff.); Methodenbegründung bezieht sich vor allem auf die Wahl des Untersuchungssamples der Betriebe (S. 49ff.) und eine Ebene darunter auf die Wahl der Interviewpartner (S. 54ff.). Auswahl nach besonders "lehrreich erscheinenden betrieblichen Gehversuchen mit Hilfe neuer Regulierungsansätze" (S. 49). Es werden "intensive Fallstudien" gemacht, um "exemplarisches Lernen" zu ermöglichen (S. 14).
AuswertungVerwendung von Zitaten (vgl. z.B.: S. 143ff.); dies lässt auf das Vorhandensein von Transkripten schließen; darüber hinaus keine Angaben zur Analyse der Materialien.
FalldarstellungDarstellung der Untersuchungsbetriebe in Tabellen (Tabellen 6, 7 und 8, S. 50f. und S. 54); des weiteren werden in Teil 2 ("Die untersuchten Betriebe: Arbeitszeitregulierung, Organisation und industrielle Beziehungen" (S. 57ff.) alle fünf Betriebe einzeln ausführlich untersucht, bevor in Teil 3 des Buches die Ergebnisse zusammenfließen.
EingabeTUM

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