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Veröffentlichung

von Friedeburg, L. (1955): Betriebsklima. Frankfurter Beiträge zur Soziologie 3. Frankfurt: Europäische Verlagsanstalt.

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InstitutionIfS Frankfurt
Projektbeteiligtevon Friedeburg, Ludwig Projektleitung; weitere Mitarbeiter: Becker, Egon; Dirks, Walter; von Hagen, Volker; Herberger, Lothar; Höger, Armin; Kaiser, Christian; Karplus, Margarete; Mangold, Werner; Oehler, Christoph; Osmer, Diedrich; Ptasnik, Ingeborg; Teschner, Manfred; Wagner, Erhard; Weltz, Friedrich
ProjektcharakterIn Auftrag gegeben von der Mannesmann AG
weitere Veröffentlichungen
ProjektlaufzeitKeine Angabe
ErhebungszeitraumPretest: 6. bis 13. Juli 1954; Hauptuntersuchung: 27. Juli bis 13. August 1954
Fälle5 Werke
AuswahlMontanindustrie: Mannesmann AG; daraus 2 Zechen, die wiederum in 5 Werke geteilt werden
ErhebungKombination zweier verschiedener Erhebungsverfahren: Einzelinterviews und Gruppendiskussionen (S. 83); 85 Pretestinterviews zur Prüfung des Fragebogens (S. 88); 1.) Einzelinterviews: einheitliche festgelegte Fragebögen (im Anhang enthalten), 1176 Befragte (S. 83f.); meist während der Arbeitszeit im Werk in abgeschlossenen Räumen (bei Bergwerk vor oder nach der Schicht) (S. 93); Dauer im Schnitt 51 Minuten; 2.) Gruppendiskussion: 8 Pretests mit 44, bzw. 45 Teilnehmern, zur Erprobung des "Grundreizes" (im Anhang zu finden); 10 bis 15 Teilnehmer, als "Grundreiz" formuliertes Einstiegsthema, während die Leiter dafür sorgen, dass die Diskussion in Gang bleibt (S. 84f.), 539 Diskussionsteilnehmer in 55 Gruppendiskussionen (S. 95); durchschnittliche Dauer: 2,5 Stunden; Tabelle auf Seite 86 gibt Aufschluss über die Verteilung der Befragten über die fünf Betriebe und deren Teil an der Studie.
ForschungsgebietBetriebsorganisation; Arbeitsgestaltung; Unternehmenskultur; Arbeiter
Fragestellung3 Sammelfragen: "1.) Was ist, Ihrer Meinung nach, für den Arbeitnehmer am wichtigsten? 2.) Was für Maßnahmen könnten, Ihrer Meinung nach, die Lage der Arbeitnehmer weiter Verbessern? 3.) In einem so großen Werk gibt es immer wieder mal Anlaß zu Beschwerden. Was würden sie bei Beschwerden an erster Stelle nennen? Und was würden sie noch an Beschwerden nennen?" (S. 20); Analyse des Betriebsklimas in Industriebetrieben
TheoriebezugEigene Vorüberlegungen zum Thema und Begriff "Betriebsklima" (Kap. Problemstellung, S. 9ff.)
ErgebnisseErgebnisse der Studie sind im Kapitel "Ergebnisse" dargestellt, außerdem viele Grafiken (vgl. z.B.: S. 21 bis 24); Ergebnisse: - Beschwerden als Momentbild der Situation im Werk; generell positiv; nur Zechenarbeiter äußern starke Kritik an Vorgesetzten und Entlohnung (S. 26ff.); - Entlohnung: 50% zufrieden mit eigener Entlohnung; "Grad der Durchsichtigkeit der Entlohnung beeinflusst die Zufriedenheit mit der Bezahlung" (S. 40); Beeinflussung auch durch innerbetriebliche Zufriedenheit und Spannungen; - Sicherheit des Arbeitsplatzes: hoher Sicherheitsglaube bei zufriedenen Arbeitern; Skeptiker und Neuangestellte glaube nicht an gesicherte Arbeitsplätze; resultiert aus beschäftigungsfreundlicher Politik in den Krisenjahren 1950, 1953 (S. 33 & S. 40ff.); - Vorgesetzte: Anerkennung der Arbeit und guter Kontakt zu den Vorgesetzten sind unter den wichtigsten Punkten für ein gutes Betriebsklima (S. 43f.); Beziehung zu Vorgesetzten nimmt auch Einfluss auf Entlohnungszufriedenheit (S. 44); - Kollegen: mangelnde Zusammenarbeit wird vor allem im Bergbau beklagt (S. 55); kaum Spannungen zwischen verschiedenen Nationalitäten in den Werken, außer Bergbau; Bergbau unterliegt Spannungen durch "Neubergleuten" (S. 55), da diese "die Leistungsnormen durch übermäßigen Kräfteeinsatz nach oben" schrauben (S. 55); trotzdem keine akuten Konflikte (S. 56); - Mitbestimmung: 75% sind sich der Existenz des Betriebsrates bewusst; nur jeder 7. weiß um seine paritätische Besetzung; vor allem der Bergbau ist schlecht informiert (S. 67).
Erkenntnisziel"Redewendungen des populären Jargons wie 'hier herrscht dicke Luft' oder 'die Luft ist wieder rein' melden drastisch an, worum es geht: um die in einem menschlichen Verband herrschende 'Stimmung', soweit sie nicht momentan oder kurzfristig ist, sondern so viel Dauer und Kraft besitzt, dass keiner, der in ihrem Bereich sich bewegt, unberührt bliebe. (..) Am 'Klima' eines Betriebes hat nicht weniger teil, wie die Arbeiter und Angestellten dort behandelt werden, als in welcher seelischen Verfassung sie von sich aus sich befinden" (S. 9)
SelbstdefinitionDie Autoren nennen ihre Studie nicht Fallstudie
MethodenbegründungIn einem Kapitel "Bemerkungen zur Methode" (S. 83ff.) erörtern die Autoren, wie sich die beiden Erhebungsverfahren aus ihrer Sicht begründen, und wie sie sich gegenseitig ergänzen "In dieser Verbindung lassen sich Mängel, die jeder der beiden Einzelmethoden für sich anhaften, durch wechselseitige Unterstützung und Ergänzung ausgleichen" (S. 83); "Die Methode der Gruppendiskussion (..) sollte dazu dienen, die Ergebnisse der Befragung durch spontane Äußerungen zu bereichern und vor allem der Gefahr schematischer Zurichtung individueller Reaktionsformen entgegenzuwirken, die im standardisierten Verfahren liegt" (S. 84). Zudem wird das Auswahlverfahren beschreiben, sowie die Durchführung der Interviews und Gruppendiskussionen. In einem Anhang findet sich der "Wortlaut des Grundreizes" der Diskussionen (S. 107ff.) und der Fragebogen (S. 110ff.).
AuswertungWegen der Repräsentativität der Stichprobe der Befragten wird ein statistischer Induktionsschluss möglich; Häufigkeitsauszählungen bieten unter anderem die Grundlage für Interpretationen
FalldarstellungHäufigkeitsauszählungen werden grafisch dargestellt (vgl. z.B.: S. 21 bis 24); Tabelle IV (S. 91f.) zeigt Samplestruktur der Erhebung.
EingabeTUM

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