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Funder, M. (1999): Paradoxien der Reorganisation. München, Mering: Hampp.

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InstitutionUniversität Bochum
ProjektbeteiligteFunder, Maria
ProjektcharakterHabilitationsschrift
weitere Veröffentlichungen
ProjektlaufzeitKeine Angabe
Erhebungszeitraum1996-1997
Fälle3 Konzerne als einzelne Fälle
AuswahlElektronikkonzern, Motorenteilehersteller, Technologiekonzern
ErhebungMethodenmix: 1.) Dokumentenanalyse (Geschäftsberichte, Branchenanalysen, Presseberichte, "usw.") (S. 30); 2.) 46 Experteninterviews (offen-strukturierte Leitfadeninterviews) mit Management (26) und Interessenvertretung (20); Dauer zwischen 2 bis 3,5 Stunden; Aufnahme auf Band und Transkription (S. 36ff.); Kopplung von "strategischer Analyse" (Giddens 1984) und "institutioneller Analyse" (Giddens 1984)
ForschungsgebietReorganisation; Gewerkschaftliche Interessenvertretung; betriebliche Arbeitsbeziehungen
FragestellungZwei Untersuchungskomplexe: 1.) Der Wandel der Konzernorganisation: Spannungsverhältnisse zwischen Abhängigkeit und Autonomie, Kooperation und Konkurrenz, Kontrolle und Vertrauen. 2.) Die Organisation der Interessenvertretung und die Arbeitnehmer-Arbeitgeberbeziehungen: Spannungsverhältnisse zwischen Abhängigkeit und Autonomie, Kooperation und Konkurrenz, und Macht und Gegenmacht (S. 28ff.)
TheoriebezugVerbindung mikropolitischer und strukturationstheoretischer Ansätze (S. 22); Entbürokratisierung, Verflüssigung von Organisationsgrenzen, Internalisierung des Marktes, u.a. (z.B. Kühl 1995; Türk 1989; Pongratz, Voß 1998; Ortmann 1990; Ortmann 1995; Dörre 1996; Faust 1998; Sydow 1993); eigene theoretische Überlegungen zum Begriff "Konzern" (Kap. 5)
Ergebnisse"In allen drei Konzernunternehmungen sind tiefgreifende organisatorische Veränderungen zu beobachten, die auf eine Restrukturierung der gesamten Konzernorganisation hinauslaufen und in zwei Fällen sogar als Prozesse der Filetierung der Konzernunternehmungen, Phase der 'GmbHrisierung' oder 'Balkanisierungspolitik' in die Konzerngeschichte eingegangen sind." (S. 352); betriebliche Reorganisation folgt in Großkonzernen den Top-Managern, welche exklusiven Zugriff auf Wissen, Macht und Geld haben und somit die Umstrukturierung vorantreiben können (S. 353); "Charakteristisch für die Reorganisation von und in Konzernunternehmungen ist ihre Episodenhaftigkeit und Ungleichzeitigkeit, wobei oftmals einzelne Sub-Einheiten das Erprobungsfeld zur flächendeckenden Inszenierung des organisatorischen Wandels darstellen und Vorreiterrollen im Konzern übernehmen sollen." (S. 354) In den beobachteten Konzernen kam es zu gegensätzlichen Entwicklungen: Zunahme zentralistischer Organisationselemente durch die Einführung von neuen Steuerungs- und Controllingsystemen, sowie informationstechnischen Netzwerken. (S. 355); Zunahme von dezentralistischen Tendenzen, durch Teilautonomie und freien Sub-Einheiten, welche alle auf die Matrixstrukturen der Organisation rückgekoppelt werden. (S. 356); Auswirkungen auf die Interessensvertretung der Arbeiter: Reproduktionsmaßnahmen der Betriebsräte, auf Grund der Umstrukturierung der Konzerne (Neuwahlen), sowie andere Formen der Interessensvertretung, des sozialen Ausgleiches und neuer Formen der Mitbestimmung (S. 357). Fazit S. 359: "Die Untersuchung hat gezeigt, dass die gegenwärtig stattfindenden Prozesse der Konzernreorganisation widersprüchlich und problemgenerierend sind."
ErkenntniszielWissen über das Thema "Reorganisation" ist "fragmentarisch", diese Studie kann nur einen weiteren "Mosaikstein" dazu liefern (S. I). Ziel der Studie: Angesichts der "(...) verwirrenden Vielfalt und Heterogenität von Reorganisationskonzepten und -maßnahmen, ein klareres Bild der Anfang der 1990er Jahre einsetzenden Restrukturierungsprozesse in Konzernunternehmungen sowie über die Veränderung der Mitbestimmung und industriellen Beziehungen zu gewinnen" (S. 21).
SelbstdefinitionDefinition als "Fallstudie" (S. 30); kurze Definition von "Fallstudien, die sich auf qualitative Methode" stützen
MethodenbegründungEs gibt ein gesondertes Methodenunterkapitel (S. 30ff.), welches sehr detailliert auf die Methodik eingeht (strategische und institutionelle Analyse), diese genau beleuchtet und deren Wahl begründet. Die Struktur und Themenblöcke des Leitfadens werden dargestellt, Leitfadenkonstruktion in Anlehnung an Lamnek (1989).
Auswertung"Das Auswertungskonzept umfaßt demnach vier Schritte: 1.) Eine Kurzerfassung der wichtigsten Interviewinhalte entsprechend den Dimensionen des Leitfadens. 2.) Die Identifizierung zentraler Zitate, die wichtigste Aussagen und Interpretationen enthalten. 3.) Ein Vergleich der Interviewaussagen und ihre Konfrontation mit statistischen und anderen Dokumenten. 4.) Die Durchführung von Zusammenhangsanalysen und die vergleichende Betrachtung der Fallstudien." (S. 40)
FalldarstellungFälle werden in jeweils einzelnen Unterkapiteln ausführlichst dargestellt (Teil C Kap. 10 - 12); eine vergleichende Darstellung der Fälle erfolgt in Kap 13; in jedem Fall werden die geschichtlichen Abläufe dargestellt, sowie detaillierte Schaubilder (vgl. z.B.: S. 159); hinzu kommen der Wandel aus Sicht der Sub-Einheiten, Unteressenvertretung und Mitbestimmung, sowie ein Resümee.
EingabeTUM

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