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Volmerg, B.; Senghaas-Knobloch, E.; Leithäuser, T. (1986): Betriebliche Lebenswelt. Opladen: Westdeutscher Verlag.

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InstitutionUniversität Bremen
ProjektbeteiligteVolmerg, Birgit; Senghaas-Knobloch, Eva; Leithäuser, Thomas
ProjektcharakterProjekt "Arbeitserfahrungen und Bewußtseinsbildung - eine sozialpsychologische Untersuchung über die subjektive Bedeutung der Arbeit in sozialen Problemsituationen" im Rahmen der "Humanisierung des Arbeitslebens", gefördert vom Bundesministerium für Forschung und Technologie
weitere VeröffentlichungenVolmerg, B.; Senghaas-Knobloch, E.; Leithäuser, T. (1985): Erlebnisperspektiven und Humanisierungsbarrieren im Industriebetrieb. Frankfurt: Campus. Volmerg, B. (1987): Verkehrsformen und Interaktionsformen - ein sozialpsychologischer Ansatz zur Vermittlung von Arbeit und Sozialisation, in: J. Belgrad u.a. (Hg.): Zur Idee einer psychoanalytischen Sozialforschung. Dimensionen szenischen Verstehens. Frankfurt/M: Fischer, S. 180-195. Volmerg, B.: Der Gegenstand der psychoanalytischen Sozialpsychologie - dargestellt an einem Fallbeispiel, in: B. Volmerg / T. Leithäuser: Psychonalyse in der Sozialforschung. Opladen: Westdeutscher Verlag, S. 35-52. Volmerg, B. (1990): Arbeit als erlebte Wirklichkeit. Überlegungen zum Verhältnis von Arbeit und Subjektivität, in: Psychosozial, Jg. 13, Nr. 43, S. 80-91.
ProjektlaufzeitApril 1979 - Oktober 1982
ErhebungszeitraumKeine Angabe
FälleKeine eindeutige Falldefinition; Wenn man Fälle definieren möchte, so wären das vermutlich die Beschäftigtengruppen
AuswahlEin Betrieb in Norddeutschland mit knapp 4000 Beschäftigten, Unterhaltungselektronikbranche
Erhebung1.) Beobachtung, teilweise teilnehmend; mit informellen Gesprächen; 2.) Beratungs- und Expertengespräche in verschiedenen Abteilungen; 3.) Einladung verschiedener Betriebsgruppen (von ungelernten Arbeiterinnen bis hin zu Angestellten im Einkauf oder Technikern und Ingenieuren) in 13 "Forschungsseminare", pro Seminar etwa 18-20 Beschäftigte aus spezifischen Bereichen (möglichst mit gemeinsam geteilten Arbeitserfahrungen), in einem Hotel außerhalb wurde in jeweils zwei Tagen (Wochenende) das Thema "Arbeit" aus der Perspektive der Arbeitserfahrungen der verschiedenen Beschäftigtengruppen beleuchtet, d.h. Gruppendiskussionen, etc. (S. 22). Schritte der Seminare: Gruppendiskussion, Körperbild, Fotos deuten, Gruppenquiz, Jury (S. 269).
ForschungsgebietSubjektivierung, Arbeitsbelastungen; Arbeit/Familie; Betriebsorganisation; Strategien der Arbeitsbewältigung
FragestellungZiel war die Analyse der bestehenden betrieblichen Praxis (S. 15) zur Rekonstruktion einer Humanisierung der Arbeit aus der Sichtweise der Betroffenen (S. 255), dabei sollten gängige "paradigmatisch und methodisch gesetzte Grenzlinien, was als Gegenstand wissenschaftlicher Untersuchung und folglich als relevante Realität zu betrachten sei" überwunden werden (S. 17).
TheoriebezugForschende sollen das Geschehen in einem Industriebetrieb nicht von außen, sondern von innen erfassen, deshalb wird einem "hermeneutischen Weg" gefolgt (S. 17). Kein expliziter Theorierahmen, implizit aber sozialpsychologische und auch psychoanalytische Annahmen und Grundsätze der Erwachsenenbildung. Autoren bezeichnen ihren Ansatz und ihre Methode als "Interpretative Sozialforschung" (S. 255) - eine Synthese aus Phänomenologie, Ethnomethodologie, Psychoanalyse, Kritischer Theorie und empirischer Sozialforschung - und verweisen methodisch auf Marie Jahoda, aber auch Werner Fricke. Eigene Überlegungen zum Begriff und Konzept der "betrieblichen Lebenswelt" (S. 256f.).
ErgebnisseDie Ergebnisse werden zunächst als "Erlebnisperspektiven" der verschiedenen Beschäftigtengruppen dargestellt, anschließend werden die "Humanisierungsbarrieren und Humanisierungsbedürfnisse" der jeweiligen Gruppe eruiert. Dabei zeigt sich ein sehr vielfältiges Bild. Die Autoren versuchen nicht diese Heterogenität in einer Zusammenfassung zusammenzubinden, sondern die verschiedenen Bewältigungsstrategien der Beschäftigtengruppen angesichts ihrer spezifischen Arbeitsanforderungen zu erhellen.
Erkenntnisziel"Lebensnahe Sozialpsychologie" (S. 13); Buch ist das erste von zwei Bänden, wobei in Band 1 die Deskription und Interpretation vorherrscht, in Band 2 Anleitungen und Empfehlungen für die Praxis (S. 15)
SelbstdefinitionAutoren nennen ihren Zugang nicht "Fallstudie"
MethodenbegründungDas empirische Vorgehen wird auf den Seiten 21-23 beschrieben. Forschung war "kommunikativ" angelegt (S. 22), es ging nicht um quantitative Datenerhebung, sondern um "subjektive Interpretationen betrieblicher Wirklichkeit" (S. 22). Die Verfahren des Forschungsseminars beruhten weniger auf dem klassischen sozialwissenschaftlichen Methodenrepertoire als vielmehr auf den "Verständigungsmodellen der therapeutischen Praxis und der Praxis der Erwachsenenbildung" (S. 23). Die Auswahl der Beschäftigten wird begründet und auch warum mit "Forschungsseminaren" gearbeitet wurde. Aufnahme und Protokollierung der Gespräche. Auf den Seiten 23ff. folgt das Beispiel eines Forschungsseminars mit Arbeiterinnen. Hier werden die Gesprächsanreize und Themen skizziert, aber auch durchgeführte Spiele, etc. Für die zentrale Gruppendiskussion lautete die Grundfrage: "Was heißt Arbeit für mich?" (S. 24).
Auswertung"Die für sozialwissenschaftliche Forschung so typische Trennung zwischen Erhebung und Auswertung ist tendenziell aufgehoben, wenn die Alltagskommunikation selbst zum Medium eines forschenden Diskussionsprozesses gemacht wird. Die in den Forschungsseminaren "erhobenen" Gespräche, sind daher immer zugleich auch Auswertungen durch die Forschungsprozeß Beteiligten selbst" (S. 23). Nachträgliche Auswertung der transkribierten Gesprächssequenzen durch hermeneutische Methoden und psychoanalytische Verstehensweisen mit dem Ziel der Systematisierung (S. 23). Zusätzlich gibt es ein eigenes Kapitel zu "Auswertungsverfahren im Interpretativen Paradigma" (S. 267-276) - mit ausführlichen eigenen Überlegungen zur Auswertung des Materials.
FalldarstellungDie Auswahlkriterien und der Betrieb selbst werden in der Einleitung (S. 17ff.) eingeführt. Die Ergebnisse des Buches werden nach den verschiedenen Beschäftigtengruppen differenziert, dabei wird häufig auf Zitate zurückgegriffen, ebenso auf Bilder, die von den an Forschungsseminaren teilnehmenden Beschäftigtengruppen gemeinsam gezeichnet wurden, um einen symbolischen Ausdruck für die in der Gesprächsgruppe erarbeiteten Befunde zu schaffen (vgl. z.B.: S. 29; S. 37; etc.).
EingabeTUM

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