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Veröffentlichung

Eckart, C.; Jaerisch, U.; Kramer, H. (1979): Frauenarbeit in Familie und Fabrik. Frankfurt: Campus. (Forschungsbericht)

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InstitutionIfS Frankfurt
ProjektbeteiligteEckart, Christel; Jaerisch, Ursula; Kramer, Helgard
ProjektcharakterDFG gefördertes Projekt "Bedingungen und Barrieren der gewerkschaftlichen und politischen Aktivität erwerbstätiger Frauen" im Schwerpunktprogramm "Integration der Frau in die Berufswelt"
weitere Veröffentlichungen
Projektlaufzeit1974-1978
Erhebungszeitraum1975-1976
Fälle5 Betriebe
AuswahlBranchen: 3 Betriebe der Elektroindustrie, 1 Betrieb der Textil- und Bekleidungsindustrie, 1 Betrieb der Bekleidungsindustrie; Betriebe mit einer traditionell hohen Quote an weiblichen Arbeitskräften; regionale Differenzierung Stadt/Land;
ErhebungDrei Erhebungsschritte (S. 7): 1.) Offene Interviews mit Leitfaden, aufgezeichnet und transkribiert; in Privatwohnungen, Dauer zwischen 2,5 und 8 Stunden; zusätzlich Experteninterviews (Arbeitgeber- und Arbeitnehmerseite); Bereitschaft der Verwandten zu Interviews war gering (9 Ehemänner und 2 Töchter); 2.) standardisierter Fragebogen für sozialstatistische Daten; 3.) Gruppendiskussionen mit allen Interviewten, Diskussionsgrundlage jeweils ein Auszug aus dem Interview.
ForschungsgebietArbeit/Familie; Arbeit und Identität; Betriebliche Sozialisation; Geschlechterverhältnis
FragestellungWie verarbeiten Frauen ihre individuellen Erfahrungen? Generalisieren sie sie, oder entwickeln sie individuelle oder kollektive Formen des Widerstands in Konfliktsituationen? (S. 6) Drei problematisierte Aspekte hieraus: 1. Wie stellt sich bei den Befragten die eigene Entwicklung beginnend mit dem Berufseintritt unter dem Gesichtspunkt dar, dass sie als Frauen benachteiligt sind, daß sie kaum Chancen haben, Wünsche oder Hoffnungen im Beruf zu realisieren (Biographischer Aspekt)?; 2. Wie erfahren Fabrikarbeiterinnen die Folgen der geschlechtlichen Arbeitsteilung im Reproduktionsbereich?; 3. Wie nehmen sie die Situation in der Fabrik wahr, in der sie als Frauen zweifach unterprivilegiert sind, einmal als unqualifizierte und schlecht bezahlte Arbeitskräfte, zum anderen als Arbeitskräfte, deren primäre Belastung durch reproduktive Aufgaben im System der Fabrikarbeit ausgeklammert werden? (S. 6)
TheoriebezugAbgrenzung von der Doppelrollen-Theorie, stattdessen Fokussierung des "materiellen Substrats geschlechtlicher Arbeitsteilung" (S. 33); Kritik an der bisherigen Orientierung berufssoziologischer und marxistischer Konzepte, an deren impliziten Maßstab des berufstätigen Mannes (S. 35); Konzept der Berufs- und Familienkarriere, weibliche Normalbiographie (Levy 1977); Soziologie der Familie (z.B. Nave-Herz 1972); Feministische Theorien (z.B. Becker-Schmidt 1977)
ErgebnisseEine Zusammenfassung der Befunde erfolgt jeweils am Ende der Kapitel (S. 165ff., S. 393ff., S. 570ff.): 1.) Junge Frauen orientieren sich an der Zukunft, in der sie Kinder haben und sich jedenfalls eine gewisse Zeit über die Ehe reproduzieren; Frauen mit Vorschul- und Schulkindern leiden unter einer erdrückenden familialen Belastung; Frauen in der dritten Phase: ambivalent empfundene Entlastung von familialen aufgaben, die eine längerfristige Orientierung an der Lohnarbeit nahe legt (S. 165); Rückkopplung der Ergebnisse auf die Theorie, z.B. auf Levys "Normal-Biographie); 2.) Arbeiterinnen halten an der Norm der geschlechtlichen Arbeitsteilung fest, das bedeutet auch, dass sie die doppelte Arbeit bewältigen müssen (S. 393); "Die Bewertung der Hausarbeit ist beeinflusst von der Art der Anerkennung und Bewältigung des jeweiligen weiblichen Sozialstatus im Verlauf des Lebens (S. 404); Die Autoren vergleichen ihre Studien mit den Ergebnissen anderer Studien und interpretieren sie vor diesem Hintergrund; 3.) Äußerst heterogene Interessen der befragten Frauen: "Nicht nur stehen Tagesinteressen von Frauen verschiedener Familienphasen so weit quer zu einander, daß sie nur in Konkurrenz, Neid, Gezänk ihren Ausdruck finden; darüber hinaus versuchen die Frauen dem erlebten Dilemma ihrer doppelten und unterschiedlichen Belastungen zu entkommen, indem sie in ihrem Alltag wie auch in ihrer Lebensperspektive einem der beiden Bereiche - meist der Familie und nicht der Fabrik - mehr identitätsstützende und emotionale Bedeutung zumessen und abfordern als dem anderen (...)" (S. 570).
ErkenntniszielLebenszusammenhang von Arbeiterinnen als einen Arbeitszusammenhang in zwei verschiedenen gesellschaftlichen Bereichen thematisieren (S. 7); dabei immer wieder feministische Ansätze, mit dem expliziten Ziel der Veränderung der gesellschaftlichen Herrschaftsverhältnisse
SelbstdefinitionForschung "qualitativer Art", insbesondere "Soziobiographischer Verfahren" (S. 7); Begriff "Fallstudie" taucht nicht auf.
MethodenbegründungDas erste Kapitel des Forschungsberichts ist das Methodenkapitel (S. 1-31): Beschreibung der Anlage und Methode, sowie der ausgewählten Betriebe. Anhang: standardisierter Fragebogen und Interviewleitfaden. Eigene methodologische Positionierung: "Unsere Vorgehensweise orientiert sich an Konzepten qualitativer Art, und hier besonders an soziobiographischen Verfahren" (S. 7).
AuswertungDie Auswertung wird ausführlich auf etwa 3 Seiten dargestellt (S. 9ff.): Aus den Transkripten wurden Exzerpte hergestellt, die ersten Aufschluss über biographische Einschnitte etc. gaben. Neben den standardisierten Antworten wurde auch ein Teil der offenen Interviews verkodet, denn sie lieferten Ansatzpunkt für Ähnlichkeiten und erlaubten eine quantitative Einschätzung. Ausführliche Diskussion der Auswahl von Interviews und der Beurteilung subjektiver Bewältigungsstrategien. Strukturierung des umfangreichen Datenmaterial nach den Phasen des familialen Lebenszyklus und unterschiedlichen familialen Lebenssituationen:
FalldarstellungVorstellung der 5 Betriebe A-E (S. 12-29), danach kein systematischer Rückgriff mehr darauf; häufige Verwendung von Zitaten.
EingabeTUM

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