Abfragedetails

Suche


Veröffentlichung

Fürstenberg, F. (1969): Die Soziallage der Chemiearbeiter. Neuwied; Berlin: Hermann Luchterhand Verlag.

PDF-Datei Inhaltsverzeichnis

Details

InstitutionKeine Angabe
ProjektbeteiligteFürstenberg, Friedrich (Verfasser des Buches); Mitarbeit bei der Untersuchung von Bahlo, Siegfried; Bormann, Günther; Gronau, Heint; Gronau, Renate; Trost, Volker
Projektcharakter"Die Untersuchung wurde im Auftrag des Arbeitsrings der Arbeitgeberverbände der deutschen chemischen Industrie in völliger wissenschaftlicher Unabhängigkeit durchgeführt" (S. 1)
weitere Veröffentlichungen
ProjektlaufzeitPlanungsphase Oktober 1965 bis Februar 1966, Erhebungsphase Januar bis September 1966, Auswertungsphase September 1966 bis Februar 1968, Veröffentlichung 1969
ErhebungszeitraumDie Sammlung sozialstatistischer Hintergrunddaten begann im Januar 1966, die tatsächliche Erhebung erfolgte von März bis September 1966 (S. 14).
Fälle7 Betriebe
AuswahlChemische Industrie; "Alle in Betracht kommenden Betriebe sollten einen rationalisierten oder automatisierten Betriebsstil aufweisen, in dem maximal 100 Beschäftigte tätig waren, so dass insgesamt etwa 700 Chemiearbeiter von der Untersuchung erfasst werden konnten" (S. 14). Untersuchungsbetriebe streuen nach folgenden Gesichtspunkten: a) Betriebsgrößenklasse, Konzernzugehörigkeit, Einzelunternehmen; b) Arbeitsplatzmobilität der Belegschaft; c) Tempo technologischer Umstellung; d) Alter der Betriebsanlage im eigentlichen Untersuchungsfeld; e) Stellung des Betriebes auf dem regionalen Arbeitsmarkt; f) geografische Lage (S. 15).
ErhebungSiehe Methodenkapitel S. 17ff: 1.) Erfassung von sozialstatistischen Hintergrunddaten der jeweiligen Betriebe; 2.) Arbeitsplatzbeschreibungen von Betriebsleitern und intensive Arbeitplatzbeobachtungen mit Leitfaden, welche mehrere Monate dauerte; 3.) systematische Arbeiterbefragung durch geschulte Interviewer, die in zwei Phasen in vierteljährlichen Abstand stattfanden (d.h. jeder Arbeiter wurde nach Möglichkeit zweimal befragt) und die nach zwei verschiedenen Leitfäden geführt wurden; Erste Runde: 601 Personen, Zweite Runde: 484; Interviews wurden einzeln im Betrieb in geschlossenen Räumen durchgeführt, dauerten 45- 70 Minuten; 4.) zwei Gruppendiskussionen mit fünf zufällig ausgewählten Arbeitern, welche ca. 30 Minuten dauerten.
ForschungsgebietArbeiter; Informelle Sozialbeziehungen; Betriebliche Sozialisation; Arbeits- und Berufsverständnis; technologische Entwicklung
FragestellungUntersuchung über die betriebliche Situation der Chemiearbeiter und ihrer Einstellungsweisen gegenüber den sie bedingenden Faktoren (S. 1); Darstellung der Hypothesen S. 10ff.; Sechs zentrale Untersuchungsbereiche (S. 12f.): 1.) wirtschaftliche, technische und soziale Merkmale der Betriebsstrukturen; 2.) objektive Arbeitssituation und subjektive Arbeitshaltung; 3.) Stellung der Arbeiter im Betriebszusammenhang; 4.) Betriebsbild der Arbeiter; 5.) Anpassungsprobleme und Anpassungshilfen; 6.) Probleme persönlicher Lebensführung. Ziel: Analyse der sozialen Lage der Chemiearbeiter, "(...) wie sie sich in deren Einstellung zu den Problemen ihrer unmittelbaren Arbeitssituation, zur betrieblichen Sozialordnung und zu einigen wichtigen Aspekten ihrer Lebensführung darstellt" (S. 231).
Theoriebezug"Grundelemente des verwendeten Bezugsrahmens sind das technisch durch das Effizienzprinzip determinierte betriebliche Arbeitssystem sowie die durch soziale Ordnungsvorstellungen und tatsächliches Sozialverhalten determinierte betriebliche Sozialstruktur" (S. 5f). Bezug auf ältere deutsche und internationale Studien, z.B. Popitz/Bahrdt u.a. 1957, Neuloh (1960), Pirker (1955), Banks (1960), Blauner (1964), Goldthorpe (1968).
ErgebnisseZusammenfassung der Ergebnisse erfolgt auf S. 231ff.: Aus den erhobenen Ergebnissen wird geschlussfolgert, dass die meisten Chemiearbeiter mit ihrem Arbeitsplatz zufrieden sind, Vorgesetzte stehen an erster Stelle als Vertrauensperson bei sachlichen und persönlichen Fragen. "Diese positive Grundhaltung hängt im wesentlichen nicht nur von den Maßnahmen der betrieblichen Sozialpolitik ab, sondern von der Art, wie bisher das Beschäftigungsrisiko der Arbeitnehmer angesichts des technischen Fortschritts tragbar gemacht wurde" (S. 234). Der technische Fortschritt hat dort positive Auswirkungen, wo ein kontinuierlich ablaufender Arbeitsprozeß automatisiert werden konnte. "Die Lebensführung der befragten Chemiearbeiter weist deutlich einen Trend in Richtung des privatisierten, von einer traditionellen proletarischen Subkultur emanzipierten Arbeitnehmers auf. Dementsprechend stark ist der Drang nach einer völlig gleichberechtigten Teilhabe an den Vorteilen eines modernen Lebensstils in der fortgeschrittenen Industriegesellschaft" (S. 236). Sozialpolitische Forderungen: Übergangsphasen müssen sozial tragbar gestaltet werden, Ansätze zur Herausbildung neuer Qualifikationsstrukturen bewusst aufgegriffen werden, Mitbestimmung sollte durch Abbau von bürokratischen Strukturen verbessert werden. "Schließlich muss versucht werden, eine Diskrepanz zwischen fortgeschrittenem Arbeitssystem und traditioneller sozialer Betriebsstruktur durch eine aktive soziale Betriebspolitik mit dem Ziel der umfassenden Mitarbeiterförderung zu vermeiden" (S. 238).
ErkenntniszielAus einer Analyse der Arbeitsverhältnisse im Bereich der Chemieindustrie lassen sich Rückschlüsse auf die "allgemeinen Entwicklungstendenzen" ableiten (S. 1).
SelbstdefinitionDer Begriff "Fallstudie" wird nicht verwendet, sondern "Kontextanalyse" (S. 3)
MethodenbegründungEs wird erklärt, warum eine "Kontextanalyse" durchgeführt wird (S. 3). Auch die dafür verwendeten Methoden und jeweiligen Auswertungsverfahren werden im Methodenkapitel I.2 (S. 13ff.) detailliert erläutert. Auch auf nicht durchgeführte Untersuchungen wie Sprachschatzanalyse wie eingegangen und die Nicht-Durchführung begründet. Die Leitfaden und der Fragebogen befinden sich im Anhang.
AuswertungSiehe genaue Darstellung S. 22ff.: 1.) sozialstatistische Hintergrunddaten wurden mit Hilfe von ausführlichen Gesprächen mit Fachleuten des jeweiligen Betriebs nach einem Schema ausgewertet (Schema siehe S. 17f); 2.) eine vergleichende Analyse der Arbeitsplatzbeschreibungen war angestrebt, wurde aber nicht fertig gestellt und wird evtl. gesondert veröffentlicht; 3.) Auswertung der Interviews durch Kodierung der Antworten, Übertragung der Kodeziffern auf Lochkarten und Auszählung der Lochkarten mit anschließender statistischer Auswertung mit elektronischer Datenverarbeitung; 4.) die Gruppendiskussionen wurden auf Tonband aufgenommen und qualitativ ausgewertet.
FalldarstellungDie Betriebe A, B, C, D, E, F, G werden in jedem Kapitel einzeln dargestellt und einzeln ausgewertet. Es werden sehr viele statistische Zahlen und Tabellen im Fließtext verwendet und zusätzlich im Anhang aufgelistet.
EingabeTUM

Zurück zur Abfrage