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Veröffentlichung

Löffler, R.; Sofsky, W. (1986): Macht, Arbeit und Humanität. Göttingen: Jürgen Cromm Verlag.

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InstitutionUniversität Göttingen, Soziologisches Seminar
ProjektbeteiligteBahrdt, Hans Paul (Projektleitung); Löffler, Reiner; Sofsky, Wolfgang (Durchführung und Abschlussbericht)
ProjektcharakterDFG-Projekt
weitere Veröffentlichungen
ProjektlaufzeitKeine genauen Angaben; Erhebung 1981 bis 1982, Veröffentlichung 1986
Erhebungszeitraum1981 bis 1982
Fälle4 Fälle in 2 Betrieben
Auswahl3 Abteilungen der Kommunalverwaltung einer westdeutschen Großstadt und ein süddeutscher Kleinbetrieb der Grundstoffbranche (S. 5)
ErhebungExplorative "Feldstudien" (S. 4), zum "induktiven Gewinn von Kategorien und Deutungen" (S. 4) mit offener "Beobachtungsstrategie" (S. 8) ; 1.) Betriebsbesichtigungen im Vorfeld der Untersuchung (S. 6 f.); 2.) Beobachtungen von Arbeitsplätzen über mehrere Tage hinweg; Leitfadengebunden (S. 9); 3.) Gespräche in Beobachtungspausen, auf dem Weg zur Arbeit, etc. Aufzeichnungen, bzw. Gedächtnisprotokolle; 3 Typen von Gesprächen: a. Smalltalk; b. Erklärungen von Detailproblemen am Arbeitsplatz; c. längere Gespräche mit Interviewcharakter; 4.) Interviews mit Vorgesetzten verschiedener Hierarchieebenen; offene Durchführung; keine Angaben über Dauer und Ort der Durchführung; 5.) "Dokumentation natürlicher Interaktion"; "Detailanalyse einzelner Führungsprozesse sowie der Interaktion mit dem Publikum an den Schaltern des Einwohnermeldeamtes" (S. 10); im Anhang des Buches ab S. 538 finden sich Transkriptionserläuterungen, sowie Leitfäden für die Arbeitsplatzbeobachtungen und die Interviews.
ForschungsgebietArbeitsorganisation; Macht/Mikropolitik; betriebliche Herrschaft; Arbeitsbelastungen; Arbeitsgestaltung
FragestellungZwei zentrale Fragestellungen: 1.) "Welche sozialen Figurationen, welche Organisationsstrategien und Handlungsmuster sind für den Sinn- und Freiheitsverlust der Arbeit und für die beschädigten Selbstverhältnisse der Menschen verantwortlich?" (S. 1); 2.) "Nach welchen Kriterien sollen Arbeitssituationen bewertet werden, und welche notwendigen Bedingungen müssen erfüllt sein, damit die menschliche Arbeit zu Recht human genannt werden kann?" (S. 2)
TheoriebezugVerschiedene Konzepte zu "Macht im Betrieb", der "Pathogenität von Arbeitssituationen", sowie zu "humaner Arbeit" werden nach einer kurzen Erläuterung zu Beginn im Wechselspiel mit den empirischen Befunde immer wieder aufgegriffen und erweitert. Grundlagen: Crozier/Friedberg (1979), Weber (1972), Schütz (S. 20), Hickson et al. (1971), Clegg (1979), Husserl (1962), Hackman (1969), Marcuse (1969); eigene Überlegungen zu einer "Handlungstheorie der Arbeitsorganisation" (S. 13ff.)
ErgebnisseZentrale Ergebnisse werden am Ende der zwei Auswertungskapitel in einer Zusammenfassung wiedergegeben (Kap. A-3; C-5); die Autoren verfolgen eine Interpretation der Befunde und leiten auch bewusst normative Schlussfolgerungen aus ihren Ergebnissen ab, insbesondere im Bezug auf Machtbeziehungen in Unternehmen und den daraus resultierenden Selbstentfremdungen und Zwängen, wenn diese nicht ordnungsgemäß in der Organisation der Arbeit zur Geltung gebracht werden und dadurch bestehende Asymmetrien offen gelegt werden (S. 134 ff.); abschließend erarbeiten die Verfasser einen Grundkatalog der Leitprinzipien humaner Arbeit (S. 533 ff.).
ErkenntniszielErarbeitung eines Rahmens für die Beantwortung der Frage wann und wie Arbeit "human" ist und sein kann. Hierzu legen die Autoren einen Orientierungsleitfaden vor, welcher bewusst normative Urteilsschlüsse dar bieten kann. Die Arbeit ist laut den Autoren zudem "primär als ein theoretisches Unterfangen zu verstehen" (S.III).
SelbstdefinitionDie Autoren bezeichnen ihre Herangehensweise nicht als Fallstudie, sondern als "empirische Feldstudien" (S. III). "Phänomenologische und interaktionistische Feldforschung (S. 5).
MethodenbegründungEin gesondertes Methodenkapitel gibt es nicht, die Untersuchungsmethode wird in der Einleitung beschrieben (S. 4 ff.); die explorative Auslegung der Studie ist ausschlaggebend gewesen, auf offene Beobachtungen und Interviews zurückzugreifen. Ergebnisse der Feldstudien sind das "Resultat eines fortwährenden Wechselspiels zwischen theoretischer Konzeption und empirischen Beobachtungen" (S. 4). Prozess der Datenerhebung nach drei methodologischen Prinzipien: "offene Beobachtungsstrategie", "Kommunikativität", "Soziale Triangulation" (S. 8f.). Die Reaktivität der Beobachtungsmethoden wird reflektiert, sowie eine soziale Triangulation der Situationsdefinitionen angestrebt (S. 9). "Pragmatischer" Einsatz der Erhebungsmethoden (S. 9).
Auswertung"Die Auswertung des Materials erfolgte nicht als separater Auswertungsschritt, sondern parallel zum Fortgang der theoretischen Arbeit. Die thematische Ordnung, Auswahl und Aufbereitung der Daten (Transkription, Inhaltsübersichten) richtete sich nach ihrer theoretischen Signifikanz, wobei solche Daten im Vordergrund standen, denen ein besonderer heuristischer Wert zukam und die daher geeignet waren, die theoretischen Überlegungen zu revidieren und zu ergänzen" (S. 11); Um die Reaktivität von Theorie auf explorative Empirie zu verdeutlichen verwenden die Autoren eine Darstellungsform, welche "theoretische Argumentation mit detaillierten Beschreibungen und Deutungen verbindet" (S. 11). Sehr genaue Transkription der Interviews, dies zeigt sich auch in Anhang A, den "Transkriptionserläuterungen".
FalldarstellungDie Fälle werden nicht gesondert aufbereitet, anstatt dessen werden in verschiedenen Exkursen diverse Eigen- und Besonderheiten der verschiedenen Fälle erarbeitet und in die theoretische Gestaltung des Konzeptes eingewebt (vgl. z.B.: Exkurs I S. 31ff.; Exkurs II S. 45ff.). Immer wieder Zitat-Passagen (kaum geglättet). Diese dienen dazu, die Theorie zu untermauern.
EingabeTUM

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