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Becke, G. (2002): Wandel betrieblicher Rationalisierungsmuster durch Mitarbeiterbeteiligung. Frankfurt: Campus.

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InstitutionSFS Dortmund
ProjektbeteiligteBecke, Guido
ProjektcharakterDissertation
weitere Veröffentlichungen
ProjektlaufzeitKeine Angabe
ErhebungszeitraumEnde der 1980er und Anfang der 1990er
Fälle1 Fallstudie = 1 Unternehmen
AuswahlDienstleistungsbranche, genauer: Nahverkehrsunternehmen
ErhebungEmpirischen Daten gehen auf ein früheres Begleitforschungsprojekt des SFS zurück, "methodische Triangulation": 1.) 12 qualitative Interviews, "teilstandardisiert beziehungsweise fokussiert" (S. 70); 2.) 11 Gruppendiskussionen mit Realgruppen; 3.) teilnehmende Beobachtung, über drei Monate hinweg, "offen und unstrukturiert", 21 "Beobachtungssituationen", hauptsächlich passiv teilnehmend (S. 70).
ForschungsgebietRationalisierung; Mitarbeiterpartizipation; Betriebsorganisation; Informelle Sozialbeziehungen
Fragestellung1.) Inwieweit kann eine direkte Beteiligung von Beschäftigten betriebliche Rationalisierungsmuster verändern? (S. 22). Die Forschungsfrage bezieht sich auf die "Reichweite direkter Beteiligung für den möglichen Wandel betrieblicher Rationalisierungsmuster. Ihren zentralen Bezugspunkt bilden potentielle Veränderungen, die Beteiligungsprozesse auf gesamtbetrieblicher Ebene auslösen. Beteiligung wird - so die hier vertretene Annahme - selbst zu einem wesentlichen Element betrieblicher Modernisierung, da sie nicht nur betrieblich vorherrschende Modi und Verfahren der Rationalisierung in Frage stellt, sondern auch das betriebliche Sozialgefüge verändert" (S. 22) 2.) Ob und inwiefern verändern sich die Sozialbeziehungen der Belegschaftsgruppen in Beteiligungsprozessen? (S. 23f.) Wie werden beteiligungsorientierte Rationalisierungsprozesse von den unterschiedlichen Beschäftigtengruppen wahrgenommen, bzw. mitgestaltet? (S. 24)
TheoriebezugHintergrund: die Entwicklung zum "flexiblen Kapitalismus" (Sennett 1998); Ausgangspunkt: Konzept des betrieblichen Rationalisierungsmusters (Minssen 1991), Integration von Elias Figurationssoziologie in das Konzept; insbesondere das Etablierten-Außenseiter-Konzept als Interpretationsfolie der betrieblichen Beteiligungsprozesse (S. 27).
ErgebnisseDie Befunde werden v.a. in den Kapiteln 8 und 9 ausgearbeitet und in Kap. 10 zusammengefasst und vor dem eliasschen Konzept interpretiert. Etablierten-Außenseiter-Figurationen prägen Rationalisierungsmuster mit, bzw. konstituieren diese (S. 266). Im Betrieb lassen sich unterschiedliche Figurationen feststellen (S. 268). Fazit über Stärken von Elias Konzept um Prozesse organisatorischen Wandels zu untersuchen (S. 269). Forschungsfrage 1.) wird in Kap. 10.1.2. beantwortet: "Direkte Beschäftigtenbeteiligung kann die soziale Wertigkeit in Organisationsbereichen im Rahmen betrieblicher Rationalisierungsmuster verändern, wenn sie sich als anschlussfähig an betrieblich vorherrschende Rationalitätsvorstellungen erweist" (S. 276), aber Ablösung und Transformation von solchen Mustern bedeutet häufig auch eine Zunahme innerbetrieblicher Konflikte, bei denen es um die Modi und Verfahren betrieblicher Rationalisierung geht (S. 277). Forschungsfrage 2.) wird in Kap. 10.1.3 beantwortet: Sozial- und Statusgefüge hat sich verändert, aber die Beteiligungserfahrungen sind durch Ambivalenz gekennzeichnet (S. 277f.). Einerseits Dezentralisierung von Entscheidungskompetenzen und so erweiterte Teilhabe- und Mitgestaltungsoptionen, andererseits höhere Konfliktpotenziale (S. 278).
ErkenntniszielFolgerungen in Hinblick auf die Sozialintegration reorganisierter und vermarktlichter Unternehmen (Kap. 10.2)
Selbstdefinition"explorative Betriebsfallstudie" (S. 26)
MethodenbegründungDie methodische Grundlage wird auf den Seiten 69-72 skizziert. Dort wird in Anlehnung an Lutz/Schmidt (1977, S.231) auch vermerkt, was unter "Fallstudie" verstanden wird: eine "forschungspraktische Vorgehensweise, deren Spezifikum darin besteht, aus einer Vielzahl von Quellen (...) die Informationen zu beschaffen, die erst in ihrer Zusammenführung ein geschlossenes, in sich stimmiges Bild ergeben können" (S. 69). Exploratives Vorgehen mit qualitativen Methoden und deren Triangulation (S. 69f.). Herangehensweise u.a. geprägt durch: Schütze u.a. 1981; Hitzler/Honer 1997; Flick 1995; Lamnek 1989.
AuswertungAnwendung eines "interpretativ-reduktionistischen Analyseverfahrens" (nach Lamnek 1989) (S. 71): Aufgenommene Interviews und Notizen der Beobachtungssituationen werden transkribiert. Analyse durch Kodierung nach Themenbereichen. Vertiefte Analyse ausgewählter Themenbereiche: Vergleich der Sichtweisen unterschiedlicher Beschäftigtengruppen; Identifikation von Gemeinsamkeiten und Unterschieden. Teilauswertungen wurden miteinander in Beziehung gesetzt und mit Theorie abgeglichen, Erklärungsansätze entwickelt und anhand von Textstellen überprüft, ggf. Weiterentwicklung. Aufdeckung von "Cultural Themes" (Spradley 1980) auf der Grundlage von Schlüssel- und Auswertungskategorien (S. 71f.).
FalldarstellungDie Falldarstellung erfolgt auf ca. 70 Seiten (Kap. 6): Vorstellung des Unternehmens, seines betriebshistorischen Kontexts, der untersuchten Sparte des Betriebs mit seinen Sozial- und Statusgefügen.
EingabeTUM

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