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Popitz, H.; Bahrdt, H.P.; Jüres, E.A.; Kesting, H.; (1957): Das Gesellschaftsbild des Arbeiters. Tübingen: J.C.B. Mohr.

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InstitutionSFS Dortmund
ProjektbeteiligtePopitz, Heinrich (Projektleiter); weitere Mitarbeiter: Bahrdt, Hans Paul; Jüres, Ernst August; Kesting, Hanno; Befragung der Arbeiter teilweise durch: Bendix, Edmund; Gollnick, Klaus; Krückeberg, Gerhard; Musso, Arne; Pünnel, Leo; Rittel, Horst
ProjektcharakterFinanzielle Förderung durch die Rockefeller Foundation
weitere Veröffentlichungen
Projektlaufzeit1953 und 1954
ErhebungszeitraumNeun Wochen (S. 10)
Fälle600 Befragungen
AuswahlHüttenindustrie
ErhebungVerfasser des Berichts wohnten ca. 9 Monate im "Ledigenheim" des Werkes (S. 10). Befragung von 600 Arbeitern eines kombinierten Hüttenwerks im Ruhrgebiet (S. 9) anhand eines "Fragen-Schemas"; Dauer i.d.R. mehr als zwei Stunden (S. 10), Ort der Befragung: Betrieb; Auswahl der Befragten durch bewusste Auswahl (S. 26); genaue Darstellung des Erhebungsverfahrens im Methodenkapitel I.2; Stenographische Notizen während des Interviews, wenn sie den Befragten "offensichtlich nicht stören" (S. 13). Darüber hinaus sollten sich die Interviewer die Aussagen "möglichst wörtlich merken" (S. 13).
ForschungsgebietArbeiter; Gesellschaftsbewusstsein; technischer Fortschritt; Mitarbeiterpartizipation; Arbeit und Identität
FragestellungInsgesamt geht es um die Frage, wie sich Industriearbeiter ihre gesellschaftliche Umwelt verständlich machen: Wie sehen die Reaktionen von Arbeitern auf die Abhängigkeit des Einzelnen von weitgehend inkommensurablen gesellschaftlichen Verhältnissen aus? (S. 4) Wie sehen Verwandlungs- und Anpassungsprozesse der marxistischen Ideologie aus und welches sind die Funktionsmöglichkeiten für den Einzelnen? (S. 5) Wie reagieren die Industriearbeiter auf den ungewöhnlichen Anspruch, der an die Aktivität ihrer Gesinnung gestellt wird? (S. 5) Welche Chancen haben die Industriearbeiter auf Grund ihrer eigenen Erfahrung und der ihnen zugänglichen Informationsquellen, sich über politische, wirtschaftliche und soziale Ereignisse zu informieren - und wie nutzen sie diese Chancen? (S. 5) Welches sind die Unterschiede des Denkvermögens, der Urteilsfähigkeit, der Vorstellungskraft, des Erfahrungsreichtums, der politischen Interessen und der Selbstkritik innerhalb der Arbeiterschaft? (S. 6)
TheoriebezugDie Autoren bauen ihre Fragestellungen nicht konkret auf bestimmte Theorien auf; in der Hinleitung zum Thema wird öfters Hegel zitiert, sowie immer wieder im Text auf die marxistische Ideologie verwiesen.
ErgebnisseTechnischer Fortschritt wird sehr unterschiedlich bewertet (S. 72ff.); divergente Einstellungen zur Mitbestimmung, von resigniert über teilnahmslos bis hin zu positiv (S. 156ff.); Gesellschaft wird als dichotom wahrgenommen, "oben" und "unten" haben stabilisierende Wirkung für den Einzelnen (S. 201ff.); Identifikation von "Typen des Gesellschaftsbildes" (S. 184ff.). Arbeiterbewusstsein enthält zwei verschiedenartige Elemente: "Leistungs-" und "Kollektivbewußtsein", beides ist Identitätsgrundlage und dient der Abgrenzung nach außen (S. 237). Insgesamt kennzeichnen die Autoren das gesellschaftliche Denken der Arbeiterschaft in den 1950er Jahren als Übergang. Die Befunde werden aus den erhobenen Daten abgeleitet, dabei fließt die marxistische Theorie mit ein; ein eigenes Interpretationskapitel gibt es nicht.
Erkenntnisziel"Einstellung der Arbeiter zur Gesellschaft ist Sinnbild der politischen Aktion" (S. 5). Ziel: Das Gesellschaftsbild des Arbeiters herauszufinden und anhand dessen auf Gesellschaftsstrukturen, individuelle Möglichkeiten des politischen Handelns und Arbeitsstrukturen schließen zu können.
Selbstdefinition"Befragung" von Arbeitern
MethodenbegründungDie methodische Durchführung wird im Buch sehr genau dargestellt und auch begründet (z.B. genaue Darstellung des Fragebogens und der Befragungstechnik sowie Auswahl der Befragten, siehe dazu Kapitel I.2), "Zusammenfassend können wir unsere Auswahl als nicht repräsentative Stichprobe bezeichnen, die sich jedoch an der arbeitssoziologischen Struktur eines Hüttenwerks orientiert und innerhalb der einzelnen herangezogenen Gruppen auf einer Wahrscheinlichkeitsauswahl beruht" (S. 29).
AuswertungAusarbeitung der Protokolle dauerte ca. 4 Stunden (S. 184). Auswertung: Verschlüsselung der Protokolltexte, dadurch Quantifizierung, Übersicht über den Bestand der Stellungnahmen. Wechselspiel zwischen Schema und Einzelfall (S. 184); keine genaue Darstellung der statistischen Auswertungsverfahren, wird aber kurz erwähnt und begründet (S. 29).
FalldarstellungSehr viele Zitate der Befragten im Text und bei den einzelnen Fragestellungen, anhand derer auf Ergebnisse geschlossen wird; quantitative Zahlen der statistischen Auswertung werden genannt.
EingabeTUM

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