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Popitz, H.; Bahrdt, H.P.; Jüres, E.A.; Kesting, H. (1957): Technik und Industriearbeit. Tübingen: J.C.B. Mohr.

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InstitutionSFS Dortmund
ProjektbeteiligtePopitz, Heinrich (Projektleiter); Bahrdt, Hans Paul; Jüres, Ernst August; Kesting, Hanno
ProjektcharakterFinanzielle Förderung durch die Rockefeller Foundation
weitere Veröffentlichungen
ProjektlaufzeitKeine Angabe
Erhebungszeitraum1953-1954
Fälle1 Werk (B) der Hüttenindustrie im Ruhrgebiet, 1 Werk (A) zur Voruntersuchung
AuswahlEisenverarbeitende Industrie
ErhebungErfahrungsberichte der Arbeiter (erhoben mittels "systematischer" Befragung von 600 Hüttenarbeitern, Fußnote 1) und v.a. Beobachtungen der Arbeitsvollzüge, inklusive Aufzeichnungen darüber (S. 216ff.). Diese "Methode der Arbeitsbeschreibungen" (S. 218) wurde vor der Hauptuntersuchung in einem zusätzlichen Hüttenwerk 3 Monate getestet. Auf dieser Grundlage entstanden Einzeldarstellungen zu verschiedenen Arbeitsvollzügen (z.B. der Schmelzer, der Füller, der Umwalzer, etc.).
ForschungsgebietArbeiter; Technologische Entwicklung; Kooperationsformen; Lohn/Leistung; Qualifikationsanforderungen
FragestellungZiel: "Neue menschliche Verhaltensformen, die zur Bewältigung der spezifischen Leistungsansprüche technischer Industriearbeiten notwenig geworden sind, konkret sehen zu lernen, zu beschreiben und zu verstehen" (Vorwort). Fokussierung der Verschiedenheit der technischen Bedingungen der Arbeitsvollzüge (S. 27). Konkret dreht sich die Untersuchung um die vier analytischen Dimensionen "Arbeitsvollzug", "Arbeitssituation", "Kooperation" und "Leistungsanspruch" (S. 26-37). Die Ergebnisse zur Kooperation und zur Arbeitssituation sollen Aufschluss über die Leistungsansprüche der Industriearbeiter geben (S. 37). Die Fragestellungen sollen nicht durch allgemeine Theorie beantwortet werden, sondern durch "Einzelanalysen" (Vorwort).
Theoriebezug"Kulturwert" der Technik (Kulturkritik der Industriearbeit, z.B. Hegel (o. Jahr), Briefs (1934)), "Vervollkommnung" der Technik (Entwicklung der technischen Industriearbeit, z.B. Sprengler (1931), Engelhardt (1922), Weyrauch (1922), Friedmann (1952), Reuleuax (1875)) und die "Eigengesetzlichkeit" der Technik und der "Zwang zu Mechanik" (z.B. Spengler (1931), Berdjajew (1949)) (S. 1-26).
Ergebnisse1.) Arbeitsvollzug: Bandbreite der ermittelten Arbeitsvollzüge mit jeweils unterschiedlichen Anforderungen an Kooperation, Fachkönnen und technisches Verständnis wird zu fünf Typen kategorisiert (S. 207). 2.) Kooperation (S. 47ff.): teamartige Kooperation, gefügeartige Kooperation, Arbeitsgefüge; 3.) Arbeitssituation: Arbeiten mit der Maschine, Arbeiten an der Maschine, zeitliche Struktur der Arbeitssituation, Verhältnis von Raum und Umwelt (S. 122ff.); 4.) Leistungsanspruch: a) der teamartigen Kooperation: Arbeiter hat bestimmte Freiheiten von der technischen Anlage, ist jedoch durch die Arbeitsgruppe eingeschränkt verschärfter Leistungsanspruch, durch die Erwartungen der Kollegen; b) der gefügeartigen Kooperation: Abhängigkeit der einzelnen von den anderen ist höher, "Leistungsansprüche der technischen Anlage und der gefügeartigen Kooperation sind untrennbar verbunden" (S. 189). Implizite (aber deutliche) theoretische Rückkoppelung der Tendenzen der Veränderung von Industriearbeit auf "Technik als Vervollkommnung" und "Eigengesetzlichkeit der Technik". Pointierte Interpretation: "Die technische Fähigkeit des einzelnen wird zur sozialen Verpflichtung" (S. 213). Diesen Technisierungstrend von Industriearbeit bewerten die Autoren wiederum sehr kritisch (S. 214).
ErkenntniszielDetaillierte Beschreibung der Tätigkeiten und Anforderungen von Industriearbeitern unter bestimmten Bedingungen. Grundfragen: "Was ist ein Arbeiter, der eine technische Industriearbeit ausführt, zu tun gezwungen? Welche Möglichkeiten des menschlichen Verhaltens werden hier eigentlich angesprochen und ausgebildet, in welchen Grenzen und mit welcher Ausschließlichkeit?" (Vorwort). Theoretisch-analytische Perspektive.
SelbstdefinitionDie Autoren benutzen den Ausdruck "Fallstudie" nicht.
MethodenbegründungDas Buch hat kein eigenes Methodenkapitel. Die Beschreibung der Methoden wird in Fußnoten skizziert oder im Anhang. Dort findet sich u.a. eine Begründung, weshalb auf teilnehmende Beobachtung verzichtet wurde und weshalb man stattdessen v.a. Arbeitsbeschreibungen nutzte. Zudem wird aufgelistet von welchen Arbeitsvollzügen Einzeldarstellungen erstellt worden sind und ein Beispiel ausgeführt (die "Konverterleute") (S. 217ff.). Die Entscheidung v.a. mit Arbeitsanalysen zu arbeiten ergibt sich für die Autoren aus der Festlegung auf die 4 Grundbegriffe (S. 26). Insgesamt ist der Forschungsansatz phänomenologisch ausgerichtet.
AuswertungKeine Angabe
FalldarstellungEin Beispiel für die Gliederung (!) eines beschriebenen Arbeitsvollzuges im Anhang. In diesem Zuge wird z.B. auf die Arbeitsorganisation, den Produktionsprozess und die einzelnen Arbeitskräfte und ihre Funktionen im Werk eingegangen. Ebenso auf den Arbeitsvollzug und die Folgen für den Arbeiter, etc. Aber: aus Platzgründen wurde keine Beschreibung vollständig abgedruckt, stattdessen werden vereinzelt die Arbeitsvollzüge, etc., mittels verändertem Schriftgrad im Fließtext aufgegriffen (S. 219f., Beispiele S. 74 oder S. 84).
EingabeTUM

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