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Menz, W.; Siegel, T.; Vogel, M. (2003): Leistungs- und Interessenpolitik aus der Perspektive von Beschäftigten. Abschlussbericht an die Hans-Böckler-Stiftung.

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InstitutionJohann Wolfgang Goethe-Universität Frankfurt am Main, Fachbereich Gesellschafswissenschaften
ProjektbeteiligteMenz, Wolfgang; Vogel, Mathias; Siegel, Tilla (Projektleitung)
ProjektcharakterProjekt der Forschungsförderung der HBS (Menz, Siegel, Vogel), anschließend von der Studienförderung der HBS finanzierte Promotion (Menz)
weitere VeröffentlichungenMenz, W. (2009): Die Legitimität des Marktregimes. Leistungs- und Gerechtigkeitsorientierungen in neuen Formen betrieblicher Leistungspolitik. Wiesbaden: VS-Verlag. Menz, W.; Siegel, T. (2001): Markt statt Normalleistung. Denkmuster der Leistungs(lohn)politik im Wandel. In: Ehlscheid, C.; Mathes, H.; Scherbaum, M. (Hg.): Das regelt schon der Markt!? Marktsteuerung und Alternativkonzepte in der Leistungs- und Arbeitszeitpolitik. Hamburg: VSA, S. 133-152. Menz, W.; Siegel, T. (2002): Repolitisierung der Leistungsfrage? In: Sauer, D. (Hg.): DIENST - LEISTUNG(S) ? ARBEIT. Leistung und Kundenorientierung in tertiären Organisationen. Reihe: ISF München Forschungsberichte. München, S. 79-96; Menz, W. (2005): Ende der Leistungsgerechtigkeit? Neue Arbeitspolitik und Beschäftigtenorientierungen, in: WSI-Mitteilungen, Jg. 58, Heft 2, S. 69-75; Menz, W. (2005): Das Subjekt der Leistung und die Legitimität des Marktregimes. In: Arbeitsgruppe SubArO (Hg.): Ökonomie der Subjektivität ? Subjektivität der Ökonomie. Berlin: Sigma, S. 95-116.
ProjektlaufzeitProjekt 12/2000-4/2003, anschließende Dissertation 2004-2006 (Förderzeiträume)
Erhebungszeitraum2001-2002
Fälle"Explorative Fallstudien" in 15 Betrieben, 2 "Intensivfallstudien" , innerhalb der Betriebe der Intensivfallstudien 9 sog. "Fallstudien in den Fallstudien"
Auswahl"Explorative Fallstudien" in der Metall- und Elektroindustrie in Westdeutschland, Intensivfallstudien: ein Automobilwerk, ein Elektrowerk, "Fallstudien in den Fallstudien": 3 Arbeitsgruppen in der Montage, 2 Arbeitsgruppen in der Fertigung, eine Abteilung der Instandhaltung, ein Team in der Entwicklung, 2 weitere Angestelltenbereiche
Erhebung94 Interviews, davon 45 mit Beschäftigten und 49 mit sog. Experten (17 mit Betriebsräten und 19 mit Führungskräften)
ForschungsgebietLohn/Leistung, Arbeitsorientierungen, Mitarbeiterpartizipation
FragestellungSubjektive Deutungen und Bewertungen von leistungspolitischen Umbrüchen (einerseits in Hinblick auf die Frage nach der Legitimation und Stabilität leistungspolitischer Ordnungen, andererseits in Bezug auf die Frage nach der Persistenz oder Erosion von Gerechtigkeitsnormen) (=Projekt und Diss); Interessenhandeln von Beschäftigten zwischen direkter Partizipation und Stellvertreterprinzip (nur Projektbericht)
TheoriebezugAnschluss an industriesoziologische Diskussion um neue Formen betrieblicher Leistungspolitik, t.w. an Gruppenarbeitsstudien, an Studien zur betrieblichen Interessenvertretung und direkten Beteiligung, - Projektbericht: Anschluss an strategische Organisationsanalyse (Crozier/Friedberg), Diss: ausführliche Literaturauseinandersetzung mit subjektorientierter Industrie- und Arbeitssoziologie (u.a. Bewusstseinsstudien, Biographie- und Identitätsforschung, Arbeitskraftunternehmer, Subjektivierungsdebatte), allgemeiner selbstgebastelter begrifflicher Rahmen unter Rückgriff auf drei theoretische Traditionen: Marx (vor allem Labour-Process-Debate), Foucault (u.a. Gouvernementalitätsstudien), Weber (dabei u.a. Auseinandersetzung mit Habermas, Offe, Neo-Institutionalismus, Gerechtigkeitsforschung).
Ergebnisse1.) Der Wandel der Legitimationsprinzipien betrieblicher Leistungspolitik von einer tayloristischen, arbeitskraftbezogenen Leistungspolitik hin zu partizipativen und marktorientierten Begründungsformen führt zu einem Strukturwandel von Legitimitätsvorstellungen unter den Beschäftigten, nicht aber zu prinzipiellen Legitimationsproblemen. 2.) Es findet eine partielle Erosion von Gerechtigkeitsnormen statt: Sie dienen weniger der Kritik ungerechtfertigter Leistungsanforderungen und der Begründung von Ansprüchen gegenüber dem Betrieb, sondern der sozialmoralischen Untermauerung wechselseitiger Leistungsansprüche auf horizontaler Ebene unter den Beschäftigten. 3.) Die Formen direkter leistungspolitischer Beteiligung stoßen auf verschiedene Umsetzungsprobleme, die die Stärkung leistungspolitischen Handelns der Beschäftigten stark beeinträchtigen; sie treten aber nicht grundsätzlich in Konkurrenz zur institutionalisierten Interessenvertretung durch den Betriebsrat, sondern können sich wechselseitig verstärken.
ErkenntniszielWie ändert sich die subjektiven Sichtweisen und Perspektiven der Beschäftigten auf Leistung, Gerechtigkeit und Interessen durch leistungspolitische Umbrüche? Kollidieren Gerechtigkeitsnormen der Beschäftigten mit neuen betrieblichen Begründungsmustern von Leistung, die eine Abkehr vom Aufwandsprinzip beinhalten?
SelbstdefinitionDie zwei Betriebe, in denen ausführliche Beschäftigtenbefragungen vorgenommen wurden, werden "Intensivfallstudien" genannt, die 15 "Betriebe des weiteren Untersuchungsfeldes" heißen "kurze explorative Fallstudien", die untersuchten Arbeitsgruppen und Abteilungen innerhalb der Betriebe werden "Fallstudien in den Fallstudien" genannt.
MethodenbegründungKein Methodenkapitel im Projektbericht, ausführliches Methodenkapitel in der Diss von Wolfgang Menz, darin aber vorwiegend die Begründung der Erhebungsverfahren (Interviews, Gruppendiskussionen) und der verwendeten Begrifflichkeiten ("Orientierungsmuster"), aber keine Behandlung des Themas Fallstudie; Anschluss an und Abgrenzung u.a. von Grounded Theory und "dokumentarischer Methode".
AuswertungTranskription der Beschäftigteninterviews, t.w. Transkription der Experteninterviews, ansonsten thematische Zusammenfassungen; T.w. Erstellung von Kurzprofilen der einzelnen Befragten; Kodierung der kompletten Transkripte mit atlas.ti.; Verschränkung von Erhebung und Auswertung in Anlehnung an die Grounded Theory; Auswertung als Verbindung von Sequenzanalyse und Kodierverfahren
FalldarstellungFalldarstellungen auf verschiedenen Ebenen. 1.) Unternehmens/Betriebsebene (Fall = die leistungspolitische Strategie von unternehmen/Betrieb), 2.) "Fallstudien in den Fallstudien": Kurzprofile der Erhebungsbereiche, t.w. Auswertung und Darstellung anhand ausgewählter Abteilungen (Fall = die Praxis der Leistungspolitik in einer Arbeitsgruppe oder Abteilung), 3.) Die Gliederung der Empirie erfolgt anhand dreier betrieblicher "Leistungsbegründen"; untersucht werden sie dann anhand von Beispielfällen, die Ausschnitte aus 2.) beinhalten (Fall = eine konkrete leistungspolitische Begründungsform, anhand eines Instruments dargestellt).
EingabeISF

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