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Veröffentlichung

Martens, H. (2005): Nach dem Ende des Hype - Zwischen Interessenvertretungsarbeit und Arbeitspolitik. Münster: Westfälisches Dampfboot.

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InstitutionSFS Dortmund
ProjektbeteiligteMartens, Helmut
ProjektcharakterFörderung durch die Hans-Böckler-Stiftung; Projekt "Primäre Arbeitspolitik und Interessenvertretung in der New Economy"
weitere Veröffentlichungen
ProjektlaufzeitKeine Angabe
Erhebungszeitraum12 Monate (S. 30)
FälleUnklar
AuswahlBetriebe der New Economy, d.h. AV- und IT-Branche
ErhebungBemerkungen zur empirischen Materialgrundlage befinden sich im Anhang (S. 140ff.): drei Erhebungsblöcke: 1.) 2 Gedächtnisprotokolle von Erfahrungsberichten zu zwei der drei einbezogenen Modellprojekte aus dem Jahr 2004; insgesamt 15 Interviews mit Projektmanagern, Gewerkschaftsexperten und einer externen Beraterin. 2.) 3 Expertengespräche; 2 teilnehmende Beobachtungen der Treffen von Betriebsnetzwerken; Interviews mit Betriebsratsmitgliedern aus 15 Betrieben (auch Gruppendiskussion); Anhörungen zu betrieblichen Erfahrungsberichten innerhalb eines Workshops; 5 Interviews mit Gewerkschaftsexperten; Dokumentenanalyse. 3.) schriftliche Befragung von 70 Betriebsratsmitgliedern, von denen 45 ausgewertet wurden. Detaillierte Aufschlüsselung auf S. 141. Die Interviews erreichten eine Dauer von ca. 2 Stunden - hierbei wurden den zu Interviewenden vorher der Leitfaden geschickt.
ForschungsgebietArbeitspolitik; gewerkschaftliche Interessenvertretung; betriebliche Arbeitsbeziehungen; Subjektivierung
FragestellungWelche Neuansätze einer sekundären Arbeitspolitik vor dem Hintergrund der ablaufenden Metamorphosen der Arbeit sind empirisch zu beobachten? Unter welchen Voraussetzungen und mit welchen Folgen können sie von den traditionellen arbeitspolitischen Akteuren entwickelt und in ihr bisheriges arbeitspolitisches Handeln integriert werden? Lassen sich neue arbeitspolitische Ansätze und alte institutionelle Strukturen und Muster produktiv miteinander verknüpfen? (S. 22). Zentrale Ausgangshypothesen auf S. 21.
TheoriebezugThese des "Epochenbruchs" (S.16). Theoretischer Bezug auf die Debatte über Subjektivierung der Arbeit (S. 12ff.): "normative Subjektivierung von Arbeit" (Baethge 1991); Arbeitskraftunternehmer (Voß/Pongratz 1998), Moldaschl (2002). Begriffe der "primären" und "sekundären" Arbeitspolitik in Anlehnung an Frieder Wolf (2001).
ErgebnisseEs gibt ein Ergebniskapitel, welches auch Schlussfolgerungen im Hinblick auf gewerkschaftliche Arbeitspolitik enthält (S. 105ff.): Als Zwischenergebnis bleibt festzuhalten, dass denen, die als Interessenvertreter in der New Economy Beteiligte und Ringende sind, die Ambivalenzen der Entgrenzungsprozesse, innerhalb derer sie arbeiten und leben, sehr wohl bewusst sind. Mit dem Ende des Hype ist eine nicht unbeachtliche Zahl an Betriebsräten neu entstanden, außerdem ist bei diesen ein Grundmuster hochprofessioneller Interessenvertretungsarbeit auszumachen. Diese arbeiten v.a. teamförmig und flexibel. Es entstehen Ansätze einer neuen Netzwerkpolitik aus der Belegschaft heraus. Folgende Thesen werden abgeleitet: 1.) Die Aktualisierung jedes Wissens zum Zwecke eines effizienteren Tuns in einem beliebigen Wirtschaftsunternehmen bedarf des individuellen Denkens und Handelns der in ihm arbeitenden Individuen. Und ihr Wissen wird in zunehmend dezentralisierten und vernetzten Organisationen vor allem auf der operativen Ebene benötigt. 2.) Gewerkschaften als lernende Organisationen: Einräumung eines Autonomiespielraumes fällt wegen des bürokratischen und politischen Charakters schwer. 3.) Eine Erweiterung von Handlungsfähigkeit auf der dezentralen operativen Ebene und die Entwicklung und Stärkung von neuem Orientierungswissen sind dabei in organisationssoziologischer Perspektive vor allem ein Problem des Kommunikationsmanagements. 4.) Die OE-Prozesse in den Gewerkschaften haben z.T. durchaus beachtliche Impulse ausgelöst, die auch längerfristig weiterwirken, allerdings wird Organisationsentwicklung nicht systematisch vorangetrieben. 5.) Die Gewerkschaften haben Chancen, ihre Organisationsentwicklung im Sinne zukunftsfähiger Lösungen weiter voranzutreiben, wenn sie von einer zugleich nach innen wie nach außen gerichteten neuen Kommunikationsstrategie begleitet würden.
Erkenntnisziel"Mich interessiert daher empirisch vor allem, wo und unter welchen Bedingungen sich die in den theoretischen Debatten unterstellte neue Subjektivität unbeschadet der in sie inkorporierten gesellschaftlichen Zwänge doch in einer Perspektive auf Befreiung praktisch zur Geltung bringt" (S. 15). Dabei liegt der Fokus nicht in der Weitentwicklung von Theorie, sondern in einer Anknüpfung an die Art von empirischer Sozialforschung, "(...) die sich immer ihrer jeweiligen außerwissenschaftlichen Verwendungszusammenhänge und damit ihrer gesellschaftlichen Verantwortung bewusst ist" (S. 17).
Selbstdefinition"Fallstudienempirie" (S. 28). Selbstverortung: Martens "eigene empirische Forschungsfragen knüpfen an die phänomenologische Traditionslinie an, die auf Husserl zurückgeht und in der empirischen Sozialforschung seit der Untersuchung von Popitz u.a. (1957) ihren Stellenwert hat, auch wenn sie sich nur begrenzt entfalten konnte" (S. 15).
MethodenbegründungMethodische und methodologische Bemerkungen und Reflexion in Kapitel 2.3 (S. 24ff.): enge, serielle Verschränkung von Erhebungs- und Auswertungsschritten und eine "rückkopplungsintensive Empirie" (S. 28) waren charakteristisch und werden als typisch für die Fallstudienempirie gesehen. Methodenverständnis einer hermeneutischen Soziologie.
AuswertungAlle Interviews wurden auf Tonband aufgenommen, sechs Interviews davon wurden vollständig transkribiert. Von allen Interviews wurde außerdem unmittelbar nach der Durchführung ein Gedächtnisprotokoll angefertigt (S. 140). Statistische Auswertung der "kleineren" (S. 141) schriftlichen Befragung auf S. 142.
FalldarstellungAuszüge aus Interviews und Beobachtungs- bzw. Teilnahmeprotokollen im Fließtext. Die Fälle werden nicht einzeln dargestellt, sondern eher beispielhaft aufgezeigt.
EingabeTUM

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