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Veröffentlichung

Huchler, N.; Voß, G.G.; Weihrich, M.; (2007): Soziale Mechanismen im Betrieb. München, Mering: Hampp.

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Details

InstitutionTU Chemnitz; Kooperationsprojekt mit der Universität der Bundeswehr München
ProjektbeteiligteHuchler, Norbert; Voß, G. Günter; Weihrich, Margit
ProjektcharakterFörderung des Bundesministerium für Bildung und Forschung zweier Projektstränge innerhalb des geförderten Projektverbundes "Lernender Forschungszusammenhang (LeFo)": 1.) soziologisches Forschungsprojekt "Theorieentwicklung Entgrenzung von Arbeit"; 2.) sozialtheoretisches Theorievergleichsprojekt.
weitere Veröffentlichungen
Projektlaufzeit2002-2005
ErhebungszeitraumKeine Angabe
Fälle5 Fälle = 5 Unternehmen (Darstellung aber nur von vier Fällen)
AuswahlEin Großunternehmen der Softwarebranche ("Bühler"); ein international ausgerichtetes Handelsunternehmen ("Möbius"); ein deutschlandweit operierendes Großunternehmen im Sozialbereich ("Sozialwerk"); ein international vertretenes Automobilunternehmen mit Stammsitz in Deutschland ("Autowerk") (wird nicht dargestellt); ein globales Unternehmen der Chemiebranche mit Sitz in Deutschland ("Chemiewerk").
ErhebungMethodenkapitel (S. 125ff.) beschreibt den mehrstufigen Feldprozess: 1.) Entgrenzungs- und Ergebnissteuerungsproblematik in den Betrieben einzugrenzen durch: Expertengespräche mit Managern und Betriebsräten, Beschäftigteninterviews, Betriebsbegehungen und Arbeitsplatzbesichtigungen, Teilnahme an Betriebsversammlungen, Abteilungs- und Betriebsratsgesprächen und Dokumentenanalyse; 2.) Intensivinterviews mit ausgewählten Mitarbeitern (narrativ mit Leitfaden); 3.) Rückkopplung von Einsichten an die Betriebe in Form von Präsentationen, die Erfahrungen hierbei wurden wieder als Material in den Untersuchungsprozess eingenommen. Übersichtstabelle der vorliegenden Materialien auf S. 128.
ForschungsgebietSubjektivierung; Marktstrategie/Kundenorientierung; Reorganisation
FragestellungWie hängt Entgrenzung von Arbeit mit Steuerungsmechanismen zusammen? "Will man in diesem Sinne aufklären, was bei Prozessen der Entgrenzung von Arbeit abläuft, was die Ursachen sind, wohin diese Prozesse führen und was die Folgen auch außerhalb des betrieblichen Rahmens sein können, ist es wichtig, sich empirisch wie theoretisch genauer auf die betrieblichen Interessen und konkreten organisatorischen Strategien zu konzentrieren, die diese Entgrenzung vorantreiben. Das vorliegende Buch will dazu einen Beitrag leisten. Es fokussiert ein entscheidendes Moment der Entgrenzung von Arbeit als betrieblicher Strategie: die zunehmende Umstellung der betriebsorganisatorischen Steuerung von Arbeit und damit der betrieblichen Nutzung von Arbeitskraft von einer primär unmittelbaren Kontrolle der Arbeits-Prozesse auf eine indirekte Steuerung über deren Ergebnisse" (S. 14).
TheoriebezugIn ersten Kapiteln des Buches werden die grundlegenden theoretischen Annahmen beider Projektstränge dargestellt (S. 11ff.): Leitende These des Buches ist es, dass "die verstärkte betriebliche Nutzung von Konzepten der Ergebnissteuerung Teil eines umfassenderen Prozesses der Neuformierung von Betrieben ist" - und zwar vor dem Hintergrund eines gesellschaftlichen Strukturwandels (S. 15). Betriebe versuchen ihr Repertoire an Steuerungsmöglichkeiten als Antwort auf die neuen Marktanforderungen zu erweitern. Entgrenzung von Arbeit ist dabei eine Strategie, mit der erreicht werden soll, dass "bisher nicht genutzte Mechanismen der sozialen Steuerung von Arbeitsvorgängen intensiver betrieblich eingesetzt werden können" (S. 15). Leitende theoretische Konzepte hierzu sind: 1.) Konzept der "Alltäglichen Lebensführung" (z.B. Dunkel 1994; Kudera/Voß 1996 und 2000; Jurczyk/Rerrich 1993); 2.) These des "Arbeitskraftunternehmers" (z.B. Voß/Pongratz 1998; Pongratz/Voß 2003); 3.) These einer zunehmenden Entgrenzung von Arbeit (z.B. Gottschall/Voß 2003; Kratzer 2003); 4.) "Subjektivierung von Arbeit" (Kleemann/Matuschek/Voß 2003; Lohr/Nickel 2005).
Ergebnisse"Wichtigstes gemeinsames Ergebnis ist ein sozialtheoretisch informiertes Modell sozialer und insbesondere betrieblicher Steuerungsmaßnahmen" (S. 9). In Kapitel VI (S. 264ff.) werden die wichtigsten Ergebnisse noch einmal zusammengefasst. Dabei wird 1.) auf die sozialen Mechanismen Markt, Herrschaft, Solidarität und Subjektivität eingegangen; 2.) Ergebnissteuerung in der betrieblichen Praxis durch das organisatorische Steuerungsinstrument Zielvereinbarungen; 3.) auf das Verhältnis von Vermarktlichung und Subjektivierung von Arbeit; 4.) auf das Verhältnis von Arbeit und Leben; 5.) die These wird bestätigt, dass intertheoretische und interdisziplinäre Arbeit nicht unbedingt ein besseres Fallverständnis hervorbringt, daher wird ein kritischer Theorievergleich vorgeschlagen; 6.) und 7.) gehen auf den eigenen Forschungsprozess ein und die Rolle des Forschers.
ErkenntniszielZiel des Kooperationsprojekts ist der Versuch, ein "theoretisches Konzept sozialer Steuerungsmechanismen zu entwerfen, das dabei helfen soll, die beschriebenen Entgrenzungsprozesse zu analysieren" (S. 16). Außerdem sollten die beiden Analyseperspektiven zusammengeführt werden.
Selbstdefinition"Betriebsfallstudien" (S. 9)
MethodenbegründungEs wird nicht genannt, warum die Methodenwahl auf Fallstudien fällt. Das empirische Material hatte für beide Projektstränge unterschiedliche Bedeutung. Der arbeits- und industriesoziologische Strang verfolgte das Ziel, Erkenntnisse zum Themenfeld "Entgrenzung von Arbeit" zu gewinnen und für die Arbeit in den Interpretationswerkstätten geeignetes Fallmaterial zu generieren. Der theorievergleichende Strang verfolgte das Ziel, einen metatheoretischen Vergleich der in den Analysen angewendeten konzeptionellen Perspektiven durchzuführen (S. 125f.).
AuswertungDie Interviews wurden transkribiert. "Die verschiedenen Materialien wurden je nach ihrer Beschaffenheit und Qualität, mit unterschiedlichen Verfahren ausgewertet. Als Teil der Auswertung ist auch zu sehen, dass der Projektsstrang sich (obwohl nicht direkt dafür zuständig) an den Interpretations-Werkstätten beteiligte und die dort gewonnenen Erkenntnisse für die eigenen Deutungen des betrieblichen Fallmaterials nutzen konnte. Wichtigstes Verfahren dafür war (...) eine umfangreiche synoptische Auswertung der Expertisen (...)" (S. 128).
FalldarstellungEs werden vier der fünf Fälle im Kapitel II (S. 129ff.) nacheinander dargestellt. Die Abfolge orientiert sich dabei an der zeitlichen Folge der Feldphasen und der Durchläufe von LeFo. Die Darstellung selbst ist nach einem festen System aufgebaut: kurz Feldzugang und Forschungsprozess, dann der Betrieb an sich und schließlich die arbeitssoziologische Kernproblematik (S. 129).
EingabeTUM

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