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Veröffentlichung

Beuschel, W.; Gensior, S.; Sorge, A. (1988): Mikroelektronik, Qualifikation und Produktinnovation. Berlin: Edition Sigma.

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Details

InstitutionWissenschaftszentrum Berlin für Sozialforschung (WZB)
ProjektbeteiligteBeuschel, Werner; Gensior, Sabine; Sorge, Arndt
ProjektcharakterDie gesamte Studie wurde im Auftrag der VDI/VDE-Technologiezentrum Informationstechnik GmbH durchgeführt und vom Bundesminister für Forschung und Technologie gefördert. Projektverbund aus Deutschem Institut für Wirtschaftsforschung (DIW), Fraunhofer-Institut für Arbeitswirtschaft und Organisation (IAO) und dem WZB.
weitere Veröffentlichungen
ProjektlaufzeitKeine Angabe
ErhebungszeitraumKeine Angabe
Fälle40 Fallstudien in 40 Anwenderbetrieben (37 konnten ausgewertet werden), wovon fünf zu Modellstudien weiterentwickelt wurden
Auswahl4 Branchen: Elektrotechnik, Maschinenbau, Fahrzeugbau, Feinmechanik. "Das Auswahlverfahren für die Betriebsfälle war eine quotierte Stichprobe aus den Betrieben, die sich an der vorangegangenen Breitenerhebung beteiligt hatten sowie aus den Forschungsinstituten bekannten Anwenderbetrieben" (S. 18). Quotierungsmerkmale waren: Betriebsgröße, Wirtschaftszweig, aus der Auswertung der Breitenerhebung gewonnene Variablen (S. 18). Genaue Auflistung Tabelle S. 20 und detaillierte Aufschlüsselung S. 63ff.
ErhebungZwei Stufen: 1.) Breitenerhebung mit postalisch verschickten Fragebogen bei ca. 3000 Anwendern (Veröffentlichung der Ergebnisse Behringer und Brasche 1986); 2.) 40 Fallstudien, wovon fünf zu Modellstudien ausgebaut wurden: Erhebungsmethoden: halbstandardisiertes Leitfadeninterview (genau Darstellung S. 73ff.); Gruppengespräche, Betriebsbegehungen, Aufnahme vorhandener Daten und Arbeitsplatzbeobachtungen (S. 19).
ForschungsgebietWeiterbildung/Qualifizierung/Kompetenzentwicklung; Qualifikation(sanforderungen); Innovation/Wissensmanagement; Prozessoptimierung
FragestellungVier Leitfragestellungen: 1.) Wie stellen sich die Ausgangsbedingungen für den Mikroelektronikeinsatz im Produkt dar und wie entwickeln die Betriebe die Ausgangsbedingungen fort? 2.) Welche Veränderungen der Qualifikation sind als Voraussetzungen und Folgen der behandelten Produktinnovation festzustellen und woher rühren sie? 3.) Mit welchen Mitteln suchen die Betriebe den entstehenden Qualifikationsanforderungen zu begegnen und welche Erfahrungen sind dabei festzustellen? 4.) Welche Arten der Qualifikationsentwicklung erscheinen als besonders vorteilhaft, wie sind sie angelegt und welche Konzeptionen sind demgemäß herauszustellen? (S. 14)
TheoriebezugAusgangspunkt der Studie ist die zunehmende Verwendung mikroelektronischer Schaltungen innerhalb des verarbeitenden Gewerbes. Im Zuge dieser Innovation stellen Qualifikationsveränderungen und ihre Bewältigung durch Qualifizierung das größte Problem dar. Diese Thematik soll nun im Hinblick auf die Hersteller derartiger Produkte untersucht werden (S. 13).
ErgebnisseZu jedem Kapitel gibt es zu Beginn des Buches eine Zusammenfassung der Ergebnisse (S. 21ff.): Ausgangsbedingungen für Qualifikationsentwicklungen und Technikeinsatz; Entwicklung der technisch-organisatorischen Organisation; Arbeitssituation und Qualifikationsanforderungen; Entwicklung und Steuerung der betrieblichen Qualifikationsstruktur. Allgemein lässt sich eine Konsolidierung der Elektronikanwendung zeigen und dass Personal- und Qualifizierungsengpässe mit quantitativen Ungleichgewichten am Arbeitsmarkt sowie Probleme bei schnellem Unternehmenswachstum in einigen Wirtschaftszweigen zusammenhängen. Qualifikationsengpässe wandeln sich dabei vor allem und treten nicht in den Hintergrund. Qualifizierung kommt dabei die Rolle einer Querschnittsaufgabe zu (S. 47f.).
ErkenntniszielDie Lücke fehlender Untersuchungen und Darstellungen von Qualifikationsveränderungen und ihrer Bewältigung durch Qualifizierung im Hinblick auf die Hersteller mikroelektronischer Schaltungen, also ausgehend von Fällen der Produktinnovation, sollte gefüllt werden (S. 13).
Selbstdefinition"Fallstudie" (schon im Untertitel); "Fallanalysen" (S. 13); "Modellstudien" (um Gruppendiskussion und Rückmeldung an den Betrieb angereicherte Fallanalysen, S. 19).
MethodenbegründungEs gibt ein Methodenkapitel (S. 61ff.): Eine Definition von Fallstudien wird gegeben: "Zweck von Fallstudien ist es, Verständnis für funktionale und ursächliche Zusammenhänge aus der Einsicht in exemplarische und reichhaltige Einzelumstände sowie aus dem Vergleich von plastisch hervortretenden Fällen zu gewinnen. Die Methodik von Fallstudien ist jedoch nicht in gleichem Maße lehrbuchmäßig darstellbar wie bei mehr formalisierten Verfahren, sondern entsteht stärker in Abhängigkeit von einem Untersuchungsproblem. Charakteristisch ist die Offenheit der Methode, die Entwicklung methodischer Entscheidungen im Laufe der Forschung anstatt zu eng eingegrenzten Zeitpunkten und die Möglichkeit fortlaufender gegenseitiger Anpassung von Anlage der Untersuchung, Hypothesen und Ergebnissen" (S. 61). Für die unterschiedlichen Anforderungen dieser Untersuchung war ein hohes Maß eigener Methodenentwicklung notwendig, die das Fallauswahlverfahren, den Untersuchungsleitfaden und das Konzept für den Einsatz des Leitfadens und die Aufarbeitung und Auswertung der Untersuchungsergebnisse umfasste. Es wurden "Fallanalysen" (S. 53) durchgeführt, die "zur beschreibenden und erklärenden Erfassung des Verhältnisses von Mikroelektronikeinsatz und Qualifikation" (S. 53) vorgesehen waren und "Modellstudien, als eine noch weiter vertiefende, besonders praxisrelevante und zur Umsetzung geeignete Betriebsbeispiele darstellende, Form der Fallstudie" (S. 53). Die "Modellstudien" wurden schwerpunktmäßig beim IAO angesiedelt. Folgende Punkte müssen bei Fallanalysen beachtet werden: 1.) "Die Anzahl der Fallbetriebe muß so gering sein, daß sie eine vertiefende und wenig schematisierte Erhebung gestattet, damit die Eigenheiten innerhalb der Grundgesamtheit in Erscheinung treten. Andererseits muß die Anzahl aber auch groß genug sein, um die Gesamtheit vielfältiger Strukturen abzubilden. Die Fallzahl von n = 40 stellt einen Kompromiß zwischen den gegenläufigen Anforderungen dar. 2.) Die Fallbetriebe müssen sorgfältig ausgewählt werden (...). 3.) Das Erhebungsinstrument muß angesichts der relativ hohen Fallzahl ein Minimum an Standardisierung enthalten. Andererseits darf es nicht so schematisch sein, daß es sich gegen die Vielfalt des Feldes sperrt (...). 4.) Aufarbeitung und Ausarbeitung der Fallstudienergebnisse müssen angesichts der hohen Fallzahl und der Datenmenge in nachvollziehbarer Weise dargestellt werden (...). 5.) Fallanalysenergebnisse müssen so dargestellt werden, daß Variablen und Typologien einen Erkenntnisfortschritt gegenüber der standardisierten Breitenerhebung darstellen. (...) Die Breite dieser oft gegenläufigen Anforderungen verbietet von sich aus schon hoch spezialisierten Methodenpluralismus" (S. 60f.). Darüber hinaus wird die "quantitative Relevanz der Ergebnisse aus Fallanalysen" in einem eigenen Kapitel (2.5) abgeschätzt. Gliederung der Interviewleitfäden im Anhang.
AuswertungZunächst wurden die die Angaben der Fallstudien in einem Ergebnisprotokoll festgehalten und mit Einsatzkonzept und Erhebungsliste zu einem Fallbericht aufgearbeitet. Die Fallberichte wurden dann diskutiert, gruppiert und ausgewertet. Die Auswertung der Rohdatensammlung hatte das Ziel im Endbericht verwendbare Typologien zu generieren. Methoden hierbei waren die Rasteranbindung, Datengruppierung und -klassifizierung (S. 77ff.).
FalldarstellungZunächst werden die Fallbetriebe aufgeschlüsselt, aber nicht näher erläutert. Dann werden die Ergebnisse aller Fallstudien dargelegt, dabei wird gelegentlich auf bestimmte Fälle hingewiesen. Laut Angaben der Autoren wurden die jeweiligen Fallberichte im Team diskutiert, anschließend gruppiert und ausgewertet (S. 19). Einzeln dargestellt werden die "Modellbeispiel" (also ein Teil der Fallstudien).
EingabeTUM

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