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Veröffentlichung

Dabrowski, H.; Marstedt, G.; Mergner, U. (1989): Mehr als Monotonie und Zeitdruck. Wiesbaden: Deutscher Universitäts-Verlag.

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InstitutionUniversität Göttingen, Abteilung für medizinische Soziologie
ProjektbeteiligteDabrowski, Hartmut; Marstedt, Gerd; Mergner, Ulrich
ProjektcharakterFörderung durch den Bundesminister für Forschung und Technologie im Rahmen des Schwerpunktprogramms "Humanisierung des Arbeitslebens". Projekttitel: "Erfassung artikulierter Beanspruchung: Empirische Umsetzung eines arbeitssoziologischen Konzepts zur Analyse vorwiegend psychisch belasteter Arbeitsbedingungen".
weitere Veröffentlichungen
ProjektlaufzeitJuni 1984 - September 1987
ErhebungszeitraumMärz 1985 - April 1986
Fälle6 Betriebe
AuswahlIndustrie und Dienstleistungssektor: je ein Betrieb aus dem Versandhandel, der Glas/Keramik-Verarbeitung, der metallverarbeitenden Industrie, dem Straßenfahrzeugbau und zwei aus der Kunststoffverarbeitung. Die Auswahl wurde durch vorherige Betriebsbegehungen und explorativen Gespräche in 27 Betrieben in 7 Branchen getroffen (S. 40).
ErhebungIntensiverhebungen in sechs Betrieben (S. 45f.): 1.) 68 Einzelinterviews, von ca. 2 Stunden Dauer, halboffen mit Leitfaden, die Auswahl der befragten verlief nach einem Zufallsverfahren; 2.) 13 Gruppendiskussionen mit jeweils 5-6 Beschäftigten, von jeweils 2-3 Stunden; 3.) 78 Expertengespräche, Dauer zwischen 1-6 Stunden; 4.) Arbeitsplatzbeobachtungen- und analysen; 5.) Dokumentenanalyse.
ForschungsgebietArbeitsbelastung; Subjektivierung; betriebliche Sozialisation; Arbeitsorganisation
FragestellungEs wird der Frage nach der Konstitution und Ausformung psychischer Belastungen im Betrieb und den subjektiven Erfahrungs- und Bewältigungsmustern bei un- und angelernten Beschäftigten im Bereich repetitiver Teilarbeit nachgegangen (S. 22).
TheoriebezugAusgangspunkte der theoretischen Diskussion sind: 1.) Krise der Arbeitsgesellschaft; 2.) fortschreitende Rationalisierung: dabei v.a. "(...) Tendenzen, die eine fortschreitende Unterwerfung der Beschäftigten unter betriebliche Verfügungsmacht und eine Loslösung aus dem Schutz und Widerstandsrückhalt kollektiver Organisation befördern" (S. 12) (vgl. Beck 1986, Linne/Voswinkel 1985, Kern/Schumann 1984); 3.) Wertewandel im Sinne von neuem Ökologie- und Gesundheitsbewusstsein sowie erstarkenden Partizipations- und Demokratisierungsansprüchen (S. 12).
ErgebnisseEs gibt kein zusammenfassendes Ergebniskapitel. In den einzelnen Kapiteln wird auf die soziale Konstitution psychisch belastender Arbeitsbedingungen eingegangen, die Struktur belastender Arbeitsbedingungen in der produktivistisch und sozialtechnokratisch geprägten Form betrieblicher Arbeits- und Sozialordnung untersucht, die Belastungserfahrung und -bewältigung der Arbeitnehmer eruiert, sowie Ansatzpunkte und Perspektiven zur Verbesserung psychisch belastender Arbeitsbedingungen gegeben. "Ein wesentliches Ergebnis unserer Untersuchungen ist wohl darin zusehen, dass die typisierende Differenzierung betrieblicher Arbeits- und Organisationsgestaltung mit Hilfe des Konzepts der Arbeits- und Sozialordnung damit einhergehende systematische Unterschiede zwischen betrieblichen Belastungskonstellationen und erlebten Beeinträchtigungsqualitäten zu identifizieren und zu erklären vermag" (S. 33). Die Befunde verweisen auch auf einen allgemeinen Aspekt normativen Wandels (S. 34).
Erkenntnisziel"Unser Erkenntnisinteresse bei der Analyse psychischer Belastungen durch Arbeit war (...) in sehr starkem Maße auf Einflußmomente und Auswirkungen der 'betrieblichen Rahmenbedingungen' gerichtet" (S. 39). Zum einen interessierte, wie sich die betriebliche Arbeits- und Sozialordnung direkt im betrieblichen Alltag niederschlägt, zum anderen "(...) inwieweit die besondere Kompromißstruktur der Arbeitsbeziehungen jene 'tätigkeitsspezifischen' psychischen Belastungen differenziert und überformt (...)" (S. 39).
Selbstdefinition"Intensiverhebung" (S. 41); der Begriff Fallstudie wird nicht verwendet.
MethodenbegründungEs gibt ein Methodenkapitel (S. 46ff.): In diesem wird das verwendete methodische Vorgehen erklärt und reflektiert. Das Herangehen an das Untersuchungsfeld war durch ein "relativ offenes Problemverständnis" (S. 47) gekennzeichnet, durch Lektürestudien und explorative Gespräche in Betrieben und durch Arbeitsplatzbeobachtungen kam man zu einer Definition des Begriffs der "psychischen Belastung". Bei der Interpretation betrieblichen Handelns wurde das methodische Prinzip der "cross-examination" verwendet.
AuswertungKeine Angabe
FalldarstellungDie sechs Untersuchungsbetriebe werden zunächst einzeln vorgestellt (S. 41-45), in der weiteren Ausführung und Präsentation der Ergebnisse aber nicht mehr beispielhaft erwähnt. "In unserer Darstellung wird dieser Erkenntnisprozeß (Anm.: durch kategoriale Durchdringung wurden Einzelphänomene zu übergreifenden Strukturelementen) allerdings kaum mehr deutlich; wir haben auch bewußt darauf verzichtet, die konkreten Beispiele und Indikatoren für die Kennzeichnung bestimmter betrieblicher Handlungs- und Gestaltungsprinzipien (...) einzelnen Betrieben zuzuordnen" (S. 52).
EingabeTUM

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