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Veröffentlichung

Kern, H.; Schumann, M. (1970): Industriearbeit und Arbeiterbewußtsein. Frankfurt: EVA. 1. Auflage 1970, Studienausgabe STW Frankfurt am Main 1985.

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InstitutionUniversität Göttingen, Soziologisches Seminar
ProjektbeteiligteKern, Horst; Schumann, Michael
ProjektcharakterVom Rationalisierungskuratorium der Deutschen Wirtschaft (RKW) e.V. organisierte und vom Wirtschaftsministerium finanzierte Erhebung über »Die sozialen Auswirkungen des technischen Fortschritts«
weitere Veröffentlichungen »Der soziale Prozeß bei technischen Umstellungen«, Kern, H.; Schumann, M. (1972): Neun Materialberichte über die untersuchten Umstellungsfälle in 8 Branchen (1969).
ProjektlaufzeitDas Projekt wurde 1963/64 begonnen und 1968 abgeschlossen.
ErhebungszeitraumApril 1965 bis September 1967
Fälle20 Intensivfallstudien in neun Betrieben in acht Branchen
AuswahlInsgesamt wurden 18 Betriebe untersucht und 40 Neuerungen. Die Betriebe stammen aus der Automobilindustrie, Chemischen Industrie, Eisenschaffenden Industrie, Glasindustrie, Holzverarbeitende Industrie, Nahrungs- und Genußmittelindustrie, Papierindustrie, Textilindustrie.
ErhebungDas Gesamtmaterial, das im Rahmen dieser Studie zusammengetragen wurde, umfasst 122 qualitative Arbeitsplatzbeschreibungen an Hand eines Kategorienschemas, 80 kurze Funktionsbeschreibungen (marginale Arbeitsplätze oder Arbeitsplatzrekonstruktionen); 32 Organisations- und Anlagebeschreibungen; 981 halbstandardisierte Arbeiterinterviews. Die Leitfäden sind in der Publikation dokumentiert.
ForschungsgebietRationalisierung
FragestellungBeschreibung und Analyse typischer Erscheinungsformen industrieller Arbeit, deren Veränderungen unter dem Einfluss des technischen Wandels, Auswirkung auf das Arbeiterselbstverständnis
TheoriebezugAllgemeiner Theoriebezug ist die Marxsche Gesellschaftstheorie, d.h. die Entwicklung von Technik und industrielle Arbeit unter der Prämisse von Kapitalverwertung. Konkrete Fragestellungen: Wie gültig ist die »Verbürgerlichungsthese« als Ausdruck der Überwindung der Klassen und genereller gesellschaftlicher Integrations- und Individualisierungstendenzen als gleichsam naturwüchsige Begleiterscheinungen von Mechanisierungs- und Automatisierungsprozessen.
ErgebnisseAls Kritik an der Integrationsthese: Keine Gleichläufigkeit zwischen dem Niveau der Produktionstechnik und der Qualität der Arbeitsbedingungen. Entwicklung von Kapitalverwertung, Technik und industrieller Arbeit ist durch Ungleichzeitigkeiten und Widersprüche gekennzeichnet. Typisch sind vielmehr Polarisierungstendenzen. Es ist ein Zurückdrängen des Kollektivbewusstseins der Arbeiter festzustellen, doch bleiben Elemente eines besonderen, freilich auch in sich widersprüchlichen Arbeiterbewusstsein konstitutiv.
ErkenntniszielIst die Annahme einer tendenziellen Überwindung der kapitalistischen Klassengesellschaft tragfähig bzw. welche Bestimmungsmomente der Widerspruchsstruktur von Kapital und Arbeit haben Bestand? Ist die kapitalistische Rationalisierung in der Phase forcierter Technisierung und Automatisierung von neuen Widersprüchlichkeiten begleitet, die für den gesellschaftlichen Wandel und das Arbeiterverhalten relevant sind/sein könnten.
Selbstdefinition»Intensivfallstudien« von technischen Neuerungen in Industriezweigen, die durch besonders starke technische Veränderungen gekennzeichnet sind in Branchen, die das relevante Gesamtspektrum der deutschen Industrie abdecken.
MethodenbegründungDie Auswahl der Fälle technischer Neuerungen soll die wichtigsten Grundtypen industrieller Produktionsprozesse und die diese charakterisierenden Veränderungen und die dabei involvierten Belegschaftsteile erfassen. Entsprechend (begrenzt) repräsentativ sind die Befragungsergebnisse.
AuswertungSowohl qualitative wie quantitative Auswertungen der Arbeitsplatzbeschreibungen wie der Arbeiterinterviews.
FalldarstellungFalldarstellungen der untersuchten technischen Neuerungen/Arbeitsformen nach stofflich-arbeitsprozeßlichen Merkmalen und Umstellungsfällen.
EingabeSOFI

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